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Medizin

USA: Weniger Opiatüber­dosierungen nach Marihuana-Lega­lisierung

Mittwoch, 27. August 2014

Verschiedene Cannabis-Sorten in einem Laden in Seatlle, Washington /dpa

Philadelphia – In US-Bundesstaaten, die Marihuana zur medizinischen Anwendung erlauben, gibt es weniger Todesfälle durch Überdosierungen von starken Opioid-Analgetika. Dies hat eine Studie in JAMA Internal Medicine (2014; doi: 10.1001/jamainternmed.2014.4005) ergeben.

In 23 Bundesstaaten der USA ist die Verwendung von Marihuana zu medizinischen Zwecken erlaubt. Den Anfang machten Kalifornien, Oregon und Washington, die bereits vor 1999 Schmerzpatienten von der Strafverfolgung ausnahmen, bis 2010 folgten zehn Staaten, bis zum Juni 2014 die übrigen zehn sowie die Hauptstadt Washington D.C.

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In den letzten Jahren ist die Zahl der Todesfälle durch Opioid-Analgetika in den USA stark gestiegen. Könnte hier die medizinische Legalisierung von Marihuana eine Rolle spielen? Immerhin galt Marihuana langezeit als Einstiegsdroge für die Heroinsucht.

Ein Team um Marcus Bachhuber vom Veterans Affairs Medical Center in Philadelphia hat dies untersucht. Es setzte die Zahl der Todesfälle durch Überdosierungen mit Opioid-Analgetika mit der Gesetzgebung in Verbindung. Zur Überraschung stellten die Forscher fest, dass es in den Bundesländern, in denen Marihuana zu medizinischen Zwecken konsumiert wird, nicht mehr, sondern zu 24,8 Prozent weniger Todesfälle durch Schmerz­mittelüberdosierungen gibt.

Der Effekt nahm sogar mit der Dauer der Legalisierung von Marihuana tendenziell zu, was in Studien dieser Art immer ein Hinweis auf eine Kausalität ist: Sechs Jahre nach der Legalisierung war die Zahl der tödlichen Opioid-Überdosierungen sogar um 33,3 Prozent niedriger als in den Bundesstaaten mit restriktiverer Gesetzgebung.

Wenn die Assoziation kausal sein sollte, was die Studie letztlich nicht beweisen kann, dann würde die Legalisierung pro Jahr etwa 1700 Todesfälle durch Schmerzmittel­überdosierungen verhindern, schreibt Bachhuber. Er vermutet, dass Schmerzpatienten, die Zugriff zu Marihuana haben, möglicherweise seltener zu starken Opiaten greifen. Diese Hypothese ist zwar ebenfalls unbewiesen.

Die Editorialisten Marie Hayes von der Universität von Maine in Orno und Mark Brown vom Eastern Maine Medical Center in Bangor weisen aber darauf hin, dass Endocannaboid-Rezeptoren in die Schmerzverarbeitung im Gehirn eingreifen und die Gabe von Cannabinoid CB1-Agonisten die Wirkung von Opioid-Analgetika in Studien verstärkt hat. © rme/aerzteblatt.de

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