Medizin

Warum Schlafmangel zum Morbus Alzheimer führen kann

Donnerstag, 28. August 2014

Nijmegen – Schlafmangel stört die Entsorgung von Beta-Amyloiden aus dem Gehirn. Der Effekt war in einer randomisierten Studie in JAMA Neurology (2014; 71: 971-977) bei gesunden Probanden nachweisbar: Eine schlaflose Nacht verhinderte den morgend­lichen Abfall eines Beta-Amyloids im Liquor.

Beta-Amyloide gehören zu den Abfallprodukten des Gehirns, die über den Liquor entsorgt werden. Dies geschieht vorzugsweise während des Schlafes, wenn sich nach einer im letzten Jahr in Science publizierten Studie die interstitiellen Räume im Gehirn zu einem „glymphatischen“ System erweitern. Deshalb sind Menschen, die zu wenig schlafen, möglicherweise demenzgefährdet. Eine entsprechende Assoziation war in den letzten Jahren gleich in mehreren epidemiologischen Studien aufgefallen.

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Geriater des Radboud University Medical Center in Nijwegen untermauern die Hypothese jetzt mit einer kleinen Studie an 26 Probanden, die eine Nacht im Schlaflabor verbrach­ten. Die Hälfte der Teilnehmer durfte schlafen, die anderen wurden wach gehalten. Allen Patienten wurde über einen lumbalen Dauerkatheter regelmäßig Liquor entnommen, um darin die Konzentration von Abeta42, dem hauptsächlichen Amyloid im Gehirnwasser, zu bestimmen.

Bei den Probanden, die in der Nacht schlafen durften, sank die Abeta42-Konzentration bis zum Morgen um 6 Prozent. Bei den Probanden, die wach geblieben waren, blieb die Konzentration gleich. Für Studienleiter Jurgen Claassen zeigt dies, dass der Schlafent­zug die Reinigungsfunktion des Gehirns behindert. Dafür spricht auch eine Grafik, die die Schlafdauer mit dem Abfall des Abeta42 in Verbindung setzte. Es gab hier eine lineare, sprich dosis-abhängige Beziehung: Je länger die Personen geschlafen hatten, desto größer war der Rückgang der Abeta42-Konzentration. © rme/aerzteblatt.de

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klausenwächter
am Sonntag, 31. August 2014, 21:38

Klinische Konsequenz

Nachtdienst macht blöd.

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