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Medizin

Ebola: ZMapp bei Rhesusaffen wirksam – Impfstudie beginnt nächste Woche

Freitag, 29. August 2014

Winnipeg – Das Antiköperpräparat ZMapp, das Patienten durch eine passive Immunisierung vor dem Tod am Ebola-Fieber bewahren soll, war in tierexperimentellen Studien in Nature (2014; doi:10.1038/nature13777) auch nach Ausbruch der Krankheits­symptome noch wirksam. Alle Rhesus-Affen wurden gerettet. Die US-Institutes of Health kündigten für die nächste Woche den Beginn einer ersten Impfstoffstudie an. Weitere sollen folgen.

Der Einsatz von ZMapp scheitert derzeit weniger an der medizinischen Evidenz, denn am Nachschub. Laut Presseberichten kann der Hersteller zur Zeit nicht liefern. Bisher wurden vier Patienten behandelt, von denen zwei überlebten. Damit ist die Heilungs­chance mit 50 Prozent nicht höher als der Anteil der Menschen, die die Erkrankung auch ohne ZMapp überlebten.

Dies sind nach den jüngsten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation 1.517 von 3.069 Patienten, also ebenfalls die Hälfte. Dennoch dürfte das Präparat zum Einsatz kommen, wenn es verfügbar wäre. Die von Xiangguo Qiu vom Public Health Agency of Canada vorgestellten Ergebnisse stimmen hoffnungsvoll. In dem National Laboratory for Zoonotic Diseases and Special Pathogens der kanadischen Gesundheitsbehörde in Winni­peg/Manitoba überlebten alle 18 Rhesus-Affen, die bis zu 5 Tage nach der Inokulation mit dem Ebola-Virus behandelt wurden.

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Bei 11 Tieren war es bereits zum Fieber, bei 16 zu einer Leukozytose und bei allen zu einer Thrombozyotenie gekommen. Auch die Laborwerte zeigten an, dass die Erkran­kung eingesetzt hat, die bei allen drei Tieren der Kontrollgruppe tödlich endete.

Da zu Beginn der Experimente noch keine Viren der aktuellen Epidemie zur Verfügung standen, wurden die Versuche mit dem Erreger früherer Ebola-Epidemien durchgeführt. Dies könnte für die Beurteilung des Therapieeffekts von Bedeutung sein, da sich die Ebola-Viren derzeit genetisch rasch verändern. Laut Qiu haben die ZMapp-Antikörper in vitro auch die aktuellen Viren des Guinea-Stamms neutralisiert.

Thomas Geisbert von der Universität von Texas in Galveston bleibt in einem Kommentar (Nature 2014; doi: 10.1038/nature13746) jedoch skeptisch. Der Experte setzt eher auf die Entwicklung von Impfstoffen. Fünf unterschiedliche Vakzinen haben Rhesus-Affen erfolgreich vor einer Infektion geschützt.

Die Firma GlaxoSmithKline hat angekündigt, bereits in der nächsten Woche mit einer Phase I-Studie beim Menschen zu beginnen. Die Studie wird in den USA durchgeführt. Eine weitere Studie zu einem Impfstoff der Firma NewLink Genetics wurde ebenfalls angekündigt. Noch in diesem Herbst sollen weitere Studien demnächst folgen. Diese werden zusammen mit dem Wellcome Trust und dem britischen Medical Research Council teilweise auch in Gambia und Mali durchgeführt. Auch Nigeria, wo es bereits Erkrankungsfälle gegeben hat, ist im Gespräch. © rme/aerzteblatt.de

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