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Fraunhofer Gesellschaft warnt vor Ethanol-Öfen

Montag, 1. September 2014

Fraunhofer WKI / Manuela Lingnau

Braunschweig – Auf die Gefahren der beliebten sogenannten Ethanolkamine hat das Fraunhofer-Institut für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI) in Braunschweig, hingewiesen. Diese seien nicht nur hinsichtlich der Brandgefahr bedenklich, die Geräte verunreinigten auch die Luft in Räumen. „Die Öfen besitzen keinerlei geführte Abluft, daher werden alle Verbrennungsprodukte direkt an die Umgebung abgegeben. Das sind beispielsweise sehr feine Verbrennungspartikel und gasförmige Verbindungen wie Formaldehyd und Benzol“, sagte Michael Wensing, Chemiker am WKI.

Die Wissenschaftler haben die Ethanolfeuerstellen in einer Prüfkammer aus Edelstahl getestet. Dabei haben die Forscher nach eigenen Angaben die technischen Mindeststandards für Ethanolkamine beachtet und die Prüfkammer entsprechend den Herstellerangaben gelüftet. Rein theoretisch verbrennt Ethanol oder Bioethanol beim Verbrennungsprozess vollständig zu Kohlendioxid und Wasser.

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„In der Praxis sieht das anders aus. Wie die Verbrennung im Einzelfall abläuft, hängt von der Qualität des Brennstoffs und anderen Faktoren ab – etwa von der Art des Brenn­stoffs oder der Verbrennungstemperatur“, hieß es aus der Arbeitsgruppe. Vielmehr entstünden neben Kohlendioxid auch giftige Verbrennungsgase wie das Atemgift Kohlenmonoxid, organische Verbindungen wie die krebserregende Substanz Benzol, aber auch die Reizgase Stickstoffdioxid und Formaldehyd sowie ultrafeine Verbrennungs­partikel.

Ein Ofen erzielte in dem Test beim freigesetzten Kohlendioxid eine Spitzenkonzentration von circa 6.000 parts per million (ppm) – und lag damit deutlich über dem hygienisch unbedenklichen Wert von 1.000 ppm. „Deko-Öfen mit Ethanolfeuerung sind eine Quelle für gesundheitsgefährdende Verunreinigungen der Innenraumluft. Sie sollten nur in großen und sehr gut gelüfteten Räumen betrieben werden“, resümiert Wensing.

Zum Vergleich untersuchten die Wissenschaftler auch Holzkaminöfen, die als zusätzliche Heizung immer populärer werden. Im Fokus standen auch hier flüchtige organische Verbindungen, Fein- und Ultrafeinpartikel sowie Verbrennungsprodukte wie Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Formaldehyd und Stickstoffdioxid.

Das Ergebnis: Solange die Ofentür geschlossen ist, beeinflussen die Öfen die Luftquali­tät im Innenraum nur geringfügig. Lediglich beim Nachlegen von Feuerholz und beim Anzünden gelangen Emissionen in die Raumluft. Dann konnten die Forscher einen kurzfristigen Anstieg der Konzentrationen messen. „Solange die Ofentür und der Aschekasten gut abgedichtet sind, ist nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen“, resümieren die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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