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Ausland

UNO befürchtet Lebensmittelkrise in Westafrika wegen Ebola

Dienstag, 2. September 2014

dpa

Paris – Durch die Ebola-Epidemie droht in Westafrika nun auch eine Lebensmittelkrise: Die Vereinten Nationen schlugen am Dienstag Alarm und äußerten ihre „große Besorgnis über die Nahrungsmittel-Versorgung“ in den am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone. Es sei bereits zu Panikkäufen, stark steigenden Lebensmittelpreisen und Knappheit bei bestimmten Nahrungsmitteln gekommen. Aus der Demokratischen Republik Kongo wurden derweil neue Ebola-Fälle gemeldet.

Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weiter mitteilte, wird auch mit Schwierigkeiten bei den anstehenden Ernten in Westafrika gerechnet. Durch die Quarantäne, die über bestimmte Gebiete verhängt worden sei, und die Beschränkungen beim Personenverkehr drohe ein Mangel bei den Erntehelfern. Die zwei großen Ernten der Region – Reis und Mais – stünden vor der Tür.

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Die drei besonders betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone sind Netto-Importeure bei Getreide. Vor allem Liberia sei von einer Versorgung von außen ab­hängig, hob die FAO hervor. In der Hauptstadt Monrovia seien die Preise für manche Lebensmittel bereits explodiert, etwa für das Grundnahrungsmittel Maniok, dessen Preis in den ersten August-Wochen um bis zu 150 Prozent gestiegen sei.

Das Welternährungsprogramm (WFP) kündigte an, die Bemühungen zur Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln zu verstärken. In Guinea, Liberia und Sierra Leone sei eine Nothilfeoperation für insgesamt 1,3 Millionen Menschen in Quarantänezonen und Gesundheitsstützpunkten angelaufen, teilte die UN-Organisation mit. „Um das Virus zu bekämpfen, sind umfassende Maßnahmen erforderlich, dazu gehört die Unterstützung mit Nahrungsmitteln“, sagte Denise Brown, die WFP-Regionaldirektorin für Westafrika, in Dakar.

Dem Ebola-Virus sind in Westafrika bereits mehr als 1.550 Menschen zum Opfer ge­fallen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es Ende August mit 694 die meisten Todesfälle in Liberia, gefolgt von 430 in Guinea und 422 in Sierra Leo­ne. Betroffen von der Epidemie, die sich seit März von Guinea aus ausbreitet, sind inzwischen auch Nigeria und der Senegal sowie die Demokratische Republik Kongo, aus der am Dienstag neue Ebola-Fälle gemeldet wurden.

In der Demokratischen Republik Kongo seien inzwischen 31 Menschen an Ebola gestorben, teilte die WHO in Kinshasa mit. Derzeit sei die Krankheit aber noch auf ein kleines Gebiet etwa 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt beschränkt und breite sich nicht weiter aus. Bisher waren 13 Todesfälle aus der Region gemeldet worden. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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