Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Betablocker bei Patienten mit Herzinsuffizienz plus Vorhofflimmern nicht erste Wahl

Dienstag, 2. September 2014

dpa

Birmingham – Betablocker eignen sich nicht als Standardtherapie, um die Prognose von Patienten zu verbessern, die gleichzeitig unter einer Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern leiden. Das berichten Wissenschaftler um Dipak Kotecha vom Centre of Cardiovascular Sciences der University of Birmingham im Lancet (doi 10.1016/S0140-6736(14)61373-8). Die Forscher gehören der sogenannten „Beta-Blockers in Heart Failure Collaborative Group“ an, die offene Fragen in der Beta-Blocker-Therapie klären möchte.

Für die Therapie von Patienten mit Herzinsuffizienz und verminderter linker Auswurf­leistung allein ist die Gabe von Betablockern indiziert. Europäische und US-ameri­kanische Leitlinien sprechen bei den Patienten eine Empfehlung der Klasse 1A für diese Therapie aus. Vorhofflimmern und Herzinsuffizienz treten aber häufig zusammen auf. Es ist laut den Autoren bislang unklar, wie effektiv die Gabe von Betablockern für diese Patienten ist.

Die Wissenschaftler analysierten die individuellen Patientendaten aus zehn randomi­sierten kontrollierten klinischen Studien, welche die Gabe von Betablockern gegen Placebo bei Herzinsuffizienz untersucht hatten. Aufgrund der Elektrokardiogramme stellten sie fest, ob diese Patienten zusätzlich ein Vorhofflimmern hatten. Studien­endpunkt war die Mortalität.

Die Arbeitsgruppe analysierte insgesamt die Daten von 18.254 Patienten. 13.946 von ihnen (76 Prozent) hatten einen Sinusrhythmus, 3.066 (17 Prozent) zeigten Vorhof­flimmern. Nach 1,5 Jahren waren 16 Prozent der Patienten mit Sinusrhythmus und 21 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern verstorben.

Die Therapie mit Betablockern senkte die Mortalität der Patienten mit Sinusrhythmus signifikant – so, wie die Wissenschaftler dies erwarten konnten. Die Patienten mit zusätzlichem Vorhofflimmern profitierten allerdings nicht in gleicher Weise von den Betablockern. Für diese Patientengruppe konnten die Wissenschaftler keinen signifi­kanten Vorteil bei der Mortalität zeigen. Dabei spielte Alter, Geschlecht, Auswurffraktion und andere zusätzliche Charakteristika der Patienten keine entscheidende Rolle.

Die Wissenschaftler kommen daher zu dem Ergebnis, dass Betablocker für Patienten mit Herzinsuffizienz plus Vorhofflimmern keine Standardtherapie ist, welche die Prognose dieser Patienten verbessern könnte. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20.09.17
Herzinsuffizienz: Telemedizin soll Krankenhaus­einweisungen verhindern
Stuttgart – Techniker Krankenkasse (TK), Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) Stuttgart und Philips haben einen bundesweiten Vertrag zur telemedizinischen, integrierten Versorgung (IV) von......
01.09.17
Nationale Versorgungsleitlinie Chronische Herzinsuffizienz neu aufgelegt
Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat die 2. Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz vorgestellt. Zwischen Oktober 2015 und August......
29.08.17
Hoher Salzkonsum erhöht Risiko auf Herzinsuffizienz
Helsinki – Ein hoher Salzkonsum, der langfristig über eine Steigerung des Blutdrucks das Risiko auf Schlaganfall und koronare Herzkrankheit erhöht, fördert offenbar auch die Entwicklung einer......
29.08.17
Implantierter Herzmonitor erkennt Vorhofflimmern
New York – Ein daumengroßer Herzmonitor, der unter die Haut implantiert wird und bis zu drei Jahre lang die Herzaktivität aufzeichnet, erkennt häufig Episoden des Vorhofflimmerns, die beim......
22.08.17
Mitralinsuffizienz: Neue Katheterbehandlung in klinischer Studie erfolgreich
Bern – Eine neue Katheterbehandlung kann eine Mitralinsuffizienz offenbar auch dann mildern, wenn eine offene Herzoperation für den Patienten zu riskant wäre und ein Mitralklappen-Clipping nicht......
09.08.17
Nutzen von Telemonitoring bei Herzpatienten unklar
Köln – Der Nutzen oder Schaden des Telemonitorings von Patienten mit Herzinsuffizienz oder ventrikulären Tachyarrhythmien ist unklar. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und......
18.07.17
Lange Arbeitszeiten erhöhen Risiko auf Vorhofflimmern
London – Wochenarbeitszeiten von 55 Stunden oder länger waren in einer Multi-Kohortenstudie im European Heart Journal (2017; doi: 10.1093/eurheartj/ehx385) mit einem um etwa 40 Prozent erhöhten Risiko......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige