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Vermischtes

Antibiotikahaltige Augentropfen zurückhaltend einsetzen

Mittwoch, 3. September 2014

Berlin – Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) empfiehlt, antibio­tikahaltige Augentropfen nur zurückhaltend. Der Grund: Antibiotika in Augentropfen förderten die Entwicklung von resistenten Bakterien in der Bindehaut.

Diese Empfehlung betrifft unter anderem Patienten mit altersbedingter Makulade­generation (AMD), die regelmäßig Injektionen ins Auge erhalten. Die Hersteller der AMD-Medikamente raten, die Augen vor jeder Injektion durch antibiotikahaltige Augentropfen zu schützen.

DOG-Experten sehen diese Empfehlung jedoch kritisch. „Die bisher durchgeführten Studien haben nicht belegt, dass äußerlich aufgetragene Antibiotika die Anzahl der Infektionen verringert“, erläutert Elisabeth Messmer von der Universitäts-Augenklinik München. Vielmehr komme es bei den wiederholten Injektionen schnell zu Antibiotika-Resistenzen.

„Wenn diese Keime dann mit einer Spritze in den Augapfel gelangen, wird die Behandlung deutlich erschwert“, berichtet Messmer. Die DOG hat sich daher zusammen mit anderen Fachverbänden dafür ausgesprochen, die Augen vor und nach den Injektionen nicht mit Antibiotika zu behandeln, sondern vor der Operation mit Povidon-Iod (PVP-Iod) zu spülen.

„Das Antiseptikum desinfiziert das Auge, ohne dass es zur Resistenzentwicklung kommt“, so Messmer. Ein mögliches Risiko seien Jod-Allergien, die jedoch selten aufträten. „Nur etwa vier von tausend behandelten Patienten sind betroffen“, erklärt die DOG-Expertin. Für diese Fälle stünden jodfreie Antiseptika zur Verfügung.

Die DOG-Empfehlung betrifft aber auch die Behandlung von akuten Bindehaut­entzündungen. Auch hier können Ärzte laut der Fachgesellschaft auf antibiotische Augentropfen meist zunächst verzichten, weil die meisten Konjunktividen nach wenigen Tagen von selbst abheilten.

„Wir raten, die Augen zunächst einmal täglich mit einem Wattebausch und abgekochtem, lauwarmem Wasser zu reinigen“, führt Messmer aus. Tränenersatzflüssigkeit lindere die Beschwerden zusätzlich. Wenn sich nach drei bis vier Tagen keine Besserung abzeichne, müsse jedoch ein Augenarzt die Entzündung abklären. © hil/aerzteblatt.de

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