NewsVermischtesAntibiotikahaltige Augentropfen zurückhaltend einsetzen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Antibiotikahaltige Augentropfen zurückhaltend einsetzen

Mittwoch, 3. September 2014

Berlin – Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) empfiehlt, antibio­tikahaltige Augentropfen nur zurückhaltend. Der Grund: Antibiotika in Augentropfen förderten die Entwicklung von resistenten Bakterien in der Bindehaut.

Diese Empfehlung betrifft unter anderem Patienten mit altersbedingter Makulade­generation (AMD), die regelmäßig Injektionen ins Auge erhalten. Die Hersteller der AMD-Medikamente raten, die Augen vor jeder Injektion durch antibiotikahaltige Augentropfen zu schützen.

DOG-Experten sehen diese Empfehlung jedoch kritisch. „Die bisher durchgeführten Studien haben nicht belegt, dass äußerlich aufgetragene Antibiotika die Anzahl der Infektionen verringert“, erläutert Elisabeth Messmer von der Universitäts-Augenklinik München. Vielmehr komme es bei den wiederholten Injektionen schnell zu Antibiotika-Resistenzen.

Anzeige

„Wenn diese Keime dann mit einer Spritze in den Augapfel gelangen, wird die Behandlung deutlich erschwert“, berichtet Messmer. Die DOG hat sich daher zusammen mit anderen Fachverbänden dafür ausgesprochen, die Augen vor und nach den Injektionen nicht mit Antibiotika zu behandeln, sondern vor der Operation mit Povidon-Iod (PVP-Iod) zu spülen.

„Das Antiseptikum desinfiziert das Auge, ohne dass es zur Resistenzentwicklung kommt“, so Messmer. Ein mögliches Risiko seien Jod-Allergien, die jedoch selten aufträten. „Nur etwa vier von tausend behandelten Patienten sind betroffen“, erklärt die DOG-Expertin. Für diese Fälle stünden jodfreie Antiseptika zur Verfügung.

Die DOG-Empfehlung betrifft aber auch die Behandlung von akuten Bindehaut­entzündungen. Auch hier können Ärzte laut der Fachgesellschaft auf antibiotische Augentropfen meist zunächst verzichten, weil die meisten Konjunktividen nach wenigen Tagen von selbst abheilten.

„Wir raten, die Augen zunächst einmal täglich mit einem Wattebausch und abgekochtem, lauwarmem Wasser zu reinigen“, führt Messmer aus. Tränenersatzflüssigkeit lindere die Beschwerden zusätzlich. Wenn sich nach drei bis vier Tagen keine Besserung abzeichne, müsse jedoch ein Augenarzt die Entzündung abklären. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

14. Oktober 2019
Erfurt – Unter den anhaltend langen Wartezeiten auf Augenarzttermine in Thüringen leiden sehbehinderte Menschen nach Einschätzung des Behindertenbeauftragten des Landes, Joachim Leibiger, besonders.
Behindertenbeauftragter sieht Mangel an Augenärzten in Thüringen
8. Oktober 2019
Genf – Mehr Menschen auf der Welt werden schlechte Augen haben. Diesen Trend sagt die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) wegen veränderter Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen voraus. Zum einen
Veränderter Lebens- und Arbeitsstil hat negative Folgen für die Augen
24. September 2019
Amsterdam – Augentropfen mit dem Rho-Kinase-Hemmer Netarsudil, der den Abfluss des Kammerwassers über das trabekuläre Maschenwerk erhöht, werden nach den USA demnächst auch in Europa zur Verfügung
Rho-Kinase-Hemmer senkt Augeninnendruck
23. September 2019
Jena – Ein neues optisches Verfahren liefert in Sekundenschnelle detaillierte Informationen über den Zustand der Netzhaut im Auge. Das berichtet ein europäisches Wissenschaftlerteam unter Beteiligung
Neues Scanverfahren erkennt Augenschäden früher
19. September 2019
Berlin – Mit einer Smartphonekamera und speziellen Adaptern lassen sich Anzeichen eines Glaukoms oder einer diabetischen Retinopathie erkennen. Insbesondere in Entwicklungsländern, aber auch
Fundusfotografie per Smartphone macht Augenerkrankungen sichtbar
19. September 2019
Berlin – Die Therapieoptionen beim trockenen Auge sind begrenzt. Ein neues Forschungsprojekt, das im nächsten Jahr in die klinische Phase eintreten soll, untersucht, ob Cannabis-Augentropfen den
Cannabistropfen könnten Schmerzen beim trockenen Auge lindern
18. September 2019
Berlin – Die Erforschung einer Augenerkrankung, die sich Astronauten im Weltall zuziehen, könnte letztlich in einer neuen Behandlung für Patienten mit Glaukom resultieren. „Astronauten, die sich über
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER