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Ausland

Dritter US-Mediziner mit Ebola infiziert

Mittwoch, 3. September 2014

Washington – In Westafrika hat sich ein dritter US-Mediziner mit Ebola infiziert. Der Arzt habe sich in einem Krankenhaus in der liberianischen Hauptstadt Monrovia mit dem Virus angesteckt und werde dort auf einer Isolierstation behandelt, teilte die christliche Organisation SIM gestern mit. Ein weiterer Arzt und eine Krankenschwester hatten sich bereits in dem von SIM gegründeten Krankenhaus infiziert, sie wurden danach in die USA geflogen und dort erfolgreich behandelt.

Ein britischer Krankenpfleger, der sich beim Kampf gegen die Seuche in Sierra Leone angesteckt hatte, wurde heute aus einem Londoner Krankenhaus entlassen. Er war zehn Tage lang in einer Klinik der britischen Hauptstadt behandelt worden. „Ich fühle mich besonders glücklich“, sagte der 29-Jährige vor Journalisten.

Eine der schwersten Gesundheitskrisen, die die UN je zu bewältigen hatte
Der Ebola-Ausbruch in Westafrika ist nach Ansicht der Vereinten Nationen eine ähnlich große Herausforderung für die internationale Gemeinschaft wie der Tsunami im Indischen Ozean 2004 oder das Erdbeben in Haiti 2010. „Es ist eine der schwersten Gesundheitskrisen, die die UN je zu bewältigen hatten“, sagte Vize-Generalsekretär Jan Eliasson gestern in New York. „Die Situation ist kritisch, ängstigend, aber wir werden es schaffen.“ Die Epidemie sei ein Test für die Infrastruktur der betroffenen Länder und die Solidarität der Welt.

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„Dieser Ausbruch ist größer, komplexer und ernster als alles, was wir in der 40-jährigen Geschichte von Ebola gesehen haben“, sagte die Chefin der Weltgesundheits­organisation, Margaret Chan. „Etwa 3.500 Fälle, etwa 1.500 Tote – solch eine Dimension hatte es noch nie. Diesmal sind auch erstmals dicht besiedelte Gebiete betroffen, das ist die besondere Herausforderung.“ Die Welt müsse helfen, mit Experten, Material oder Geld. „Es ist eine globale Bedrohung. Aber dieser Ausbruch kann und wird kontrolliert werden. Wir wissen, was zu tun ist und wir werden es tun.“

Die UN bestätigte, dass Schiffe Liberia und Sierra Leone wegen Ebola meiden, viele Fluggesellschaften fliegen die Region nicht mehr an. „Wir verstehen diese Ängste“, sagte UN-Koordinator David Nabarro. „Aber mit den nötigen Maßnahmen ist die Gefahr beherrschbar.“ Für die betroffenen Länder stehe die Zukunft auf dem Spiel. „Isolierung ist nicht die Antwort. Dann gefährdet man die in den vergangenen Jahren teuer erkauften Erfolge beim Aufbau der Wirtschaft.“

Ärzte ohne Grenzen: Die Welt hat viel zu spät reagiert
Dagegen ist die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) der Ansicht, dass der Kampf längst verloren sei. Die Welt habe viel zu spät und dann zu langsam auf die Gefahr reagiert. „Staaten mit der Möglichkeit, auf einen solchen Ausbruch zu antworten, müssen sofort Experten und Material in die betroffenen Regionen schicken“, hieß es von der Hilfsorganisation. Viele Länder könnten zivile oder militärische Teams entsenden, tun es aber nicht. „Die bloße Ankündigung von Spenden oder das Einfliegen von ein paar Experten lösen das Problem nicht“, sagte MSF-Chefin Joanne Liu. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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