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Politik

Ersatzkassen fordern passgenauere Lösungen für Versorgungsprobleme

Mittwoch, 3. September 2014

Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat die Koalitionspartner Union und SPD aufgefordert, mit passgenauen gesetzlichen Regelungen die Lösung von Versorgungs­problemen voranzutreiben. Das in der Vorbereitung befindliche Versorgungs­struktur­gesetz II müsse verbindliche Regeln zum Abbau von Überkapazitäten vor allem in den Ballungsräumen vorgeben, erklärte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner gestern in Berlin: „Die ärztliche Versorgung ist deutlich teurer geworden, aber nach wie vor bestehen große Verteilungsprobleme: Zu viele Ärzte in Ballungsräumen, zu wenig Hausärzte in ländlichen Regionen.“

Elsner forderte, die Versorgungsengpässe in ländlichen Regionen in den Fokus zu stellen: „Wir brauchen keine Förderung mit der Gießkanne, sondern passgenaue regionale Lösungen.“ Dafür hat der vdek einen Acht-Punkte-Katalog vorgelegt. Darin wird die Koalition unter anderem aufgefordert, verbindliche Regelungen zum Aufkauf von Arztpraxen vorzugeben. Das Letztentscheidungsrecht der Kassenärztlichen Vereini­gungen (KVen) müsse abgeschafft werden, heißt es. Bislang habe nur eine einzige KV einen Praxissitz aufgekauft.

Elsner verwies auf das jüngste Gutachten des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Dieser hatte vorgeschlagen, eine Aufkaufpflicht für Praxen ab einem Versorgungsgrad von 200 Prozent aufwärts im Planungsbezirk vorzusehen. Infrage kämen dafür derzeit mehr als 1.500 Arztsitze. Man müsse zwar differenziert vorgehen, meinte Elsner, und zum Beispiel die verschiedenen Facharzt­gruppen innerhalb der Internisten bei der Bedarfsplanung berücksichtigen. Aber „man wird eine große Zahl von Arztsitzen aufkaufen können“, zeigte sie sich überzeugt.

Den Krankenkassen würde ein Aufkauf in größerem Stil ihrer Meinung nach finanziellen Spielraum verschaffen. „Die Schließung überzähliger Praxen gibt uns die Möglichkeit, handlungsfähig zu werden“, sagte Elsner. Das eingesparte Geld könne man dorthin lenken, wo es gebraucht werde. Als Beispiel nannte sie die geriatrische Versorgung von Versicherten.

Der vdek moniert auch, dass die Regionalisierung des Vergütungssystems nicht zu einer gezielten Förderung von Ärzten in ländlichen Regionen geführt habe: „Allein 2013 ist die Gesamtvergütung der Ärzte um rund 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Davon wurden lediglich 300.000 Euro für Zuschläge für besondere Leistungserbringer ausgegeben.“ Finanzielle Anreize für Ärzte müssten künftig noch zielgerichteter erfolgen.

Doch Geld allein werde die Probleme nicht lösen, räumt auch der vdek ein: Obwohl Ärzte in den östlichen Bundesländern im Durchschnitt pro Kopf mehr verdienten als ihre Kollegen in den westlichen Bundesländern, führe dies dort nicht zu einer größeren Niederlassungsbereitschaft. © Rie/aerzteblatt.de

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