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Politik

Koalition will ärztliche Vergütung angeblich bundesweit angleichen

Donnerstag, 4. September 2014

Berlin – Im Rahmen des geplanten Versorgungsstrukturgesetzes 2 will die schwarz-rote Koalition offensichtlich historisch bedingte Honorarunterschiede in der ambulanten ärztlichen Vergütung angleichen. Das hat der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen gestern auf der Euroforum-Veranstaltung „PKV aktuell“ erklärt.

Bei dem für den Herbst dieses Jahres angekündigten Gesetzentwurf „gibt es wohl relativ wenige Überraschungen“, sagte Wasem. Ausnahme sei eine anscheinend vorgesehene Konvergenzregel, mit der die Koalition Vertragsärzten in Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) mit einem unterdurchschnittlichen Honorar einen Nachschlag geben wolle – ohne dass KVen, die bei der Vergütung über dem Durchschnitt liegen, einen Abschlag hinnehmen müssten.

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es dazu: „Wir werden prüfen, ob sich die Unterschiede in der ärztlichen Vergütung durch Besonderheiten in der Versorgungs- und Kostenstruktur begründen lassen und wie unbegründete Unterschiede aufgehoben werden können.“

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KV-Interessengemeinschaft LAVA kritisiert seit längerem Ungleichheit
Das Thema Honorarunterschiede wird seit längerem unter niedergelassenen Ärzten diskutiert. Ende 2013 forderten die sieben KVen der Interessengemeinschaft LAVA, im Sozialgesetzbuch V festzuschreiben, dass die Gesamtvergütung sockelwirksam an die tatsächliche Morbidität der Bevölkerung angepasst wird.

Ihren Vorschlag untermauerten sie mit einem Gutachten der Gesundheitsökonomen Saskia Drösler und Eberhard Wille. Die beiden Wissenschaftler hatten moniert, dass die jährlichen morbiditätsbezogenen Honoraranpassungen auf einem historischen, nicht einem korrekt berechneten Behandlungsumfang beruhten. Außerdem sei die Krankheits­last in verschiedenen Regionen Deutschlands unterschiedlich hoch.

Andere KVen als die in LAVA zusammengeschlossenen, darunter die in Bayern und Baden-Württemberg, argumentieren anders: Sie verweisen regelmäßig auf Unterschiede im ambulanten Versorgungsumfang zwischen Bundesländern. Ende 2012 hatte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (ZI) im Rahmen einer Fachtagung erläutert, dass beispielsweise in Hamburg und Baden-Württemberg viele Leistungen ambulant vorgenommen würden, die anderswo noch stationär erbracht werden, beispielsweise in Rheinland-Pfalz.

Man kenne viele relevante Faktoren für regionale Unterschiede, aber wisse noch zu wenig darüber, wie sie sich konkret auswirkten, hatte ZI-Geschäftsführer Dominik von Stillfried damals zu Bedenken gegeben.

© fos/Rie/aerzteblatt.de

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