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Ausland

Gewalt gegen Kinder weltweit verbreitet

Donnerstag, 4. September 2014

Köln – Kinder und Jugendliche erleben weltweit „in erschreckendem Ausmaß körperliche, sexuelle und seelische Misshandlungen“. Das berichtet das Kinderhilfswerk Unicef in einem neuen Report mit dem Titel „Hidden in Plain Sight“. Bis heute seien Einstellungen, die Gewalt rechtfertigten, sie stillschweigend hinnähmen oder als nicht schädlich ansähen, weit verbreitet.

Für den Report hat das Hilfswerk Daten zu Gewalt gegen Kinder durch Familien­mitglieder, Nachbarn, Freunde oder Mitschüler aus 190 Ländern untersucht. Danach wurden im Jahr 2012 weltweit rund 95.000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren ermordet. Die weitaus größte Zahl von ihnen stammt aus Entwicklungs- und Schwellenländern. Lateinamerika und die Karibikregion weisen das höchste Ausmaß tödlicher Gewalt auf – gefolgt von Westafrika.

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Trotz weiter großer Informationslücken macht der Bericht das vielfach verdrängte und übersehene Leid von Kindern und die vielfach lebenslangen Folgen sichtbar, Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake sprach bei der Vorstellung des Berichtes von einer „verzweifelten Wirklichkeit hinter den Statistiken“.

Auch in Deutschland bleiben Vernachlässigung von und Gewalt gegen Kinder ein Problem. Das betonte ein Sprecher von Unicef Deutschland gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Einer Untersuchung von 2007 zur Folge meinen beispielsweise 13 Prozent der Eltern, es sei gerechtfertigt, Kinder zu Erziehungszwecken in das Gesicht zu schlagen. „Wir fordern für Deutschland ein besseres Monitoring von Gewalt gegen Kindern und flächendeckende niedrigschwellige Angebote für Kinder, die Hilfe bei Gewalt suchen“, so Unicef gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. © hil/aerzteblatt.de

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