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Medizin

Typ-2-Diabetiker leiden im mittleren Alter häufiger unter kognitiven Einschränkungen

Freitag, 5. September 2014

dpa

Essen – Kognitive Einschränkungen im Sinne des „Mild cognitive impairment“ (MCI) treten bei Typ-2-Diabetikern zwischen 50 und 65 Jahren doppelt so häufig auf wie bei Nicht-Diabetikern. In der Altersgruppe über 65 Jahren ist diese Assoziation aber nicht mehr nachweisbar. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Angela Winkler von der Neurologie der Universitätsklinik in Essen im Journal of Alzheimer`s Disease (doi: 10.3233/JAD-140696). Verschiedene Studien haben bereits eine Assoziation zwischen Diabetes-Typ-2 und einer Demenz festgestellt, jedoch liegen laut der Arbeitsgruppe bisher kaum Studien zur Assoziation zwischen Diabetes-Typ-2 und MCI vor.

Das Konzept des MCI beschreibt einen Zustand zwischen normalem kognitivem Altern und Demenz. Obwohl Menschen mit MCI ein höheres Risiko haben, eine Demenz zu entwickeln, tun dies letztlich nur sehr wenige, schreiben die Autoren. Sie stellen folgende vier Kriterien für die Diagnose eines MCI dar: subjektiver Eindruck einer verminderten kognitiven Leistungsfähigkeit über die letzten zwei Jahre; Validierung dieses Eindrucks mittels einer kognitiven Testbatterie; keine Einschränkungen in der Bewältigung des Alltags; Ausschluss einer manifesten Demenz“. Weiter unterscheiden die Wissenschaftler zwei Subtypen von MCI: amnestisches MCI und nicht-amnestisches MCI.

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Die Forscher haben ihre Daten aus der bevölkerungsbasierten prospektiven Beobach­tungsstudie „Heinz Nixdorf Recall gewonnen. Daran nahmen zwischen dem Jahr 2000 und 2003 4.814 Menschen im Ruhrgebiet teil. Für die vorliegende Studie untersuchte Winkler aus dieser Studienpopulation die Daten von 560 MCI-Patienten und 1.376 kognitiv unauffällige Patienten.

Das Kriterium Diabetes-Typ-2 bestimmten die Forscher anhand der Anamnese oder einer antidiabetischen Medikation. Es erfolgten kognitive Testungen der Patienten mit und ohne Diabetes. Anhand statistischer Verfahren bestimmten die Wissenschaftler die Assoziation zwischen Diabetes und MCI, bereinigt um Faktoren wie Alter, Geschlecht, Ausbildungsstatus, kardiovaskuläre Risikofaktoren und Depression.

Von den 560 MCI-Patienten litten 289 an amnestischem und 271 an nicht-amnestischem MCI. Diabetes-Typ-2 war in der mittleren Altersgruppe stark assoziiert mit MCI (odds ratio: 2,03; 95-Prozent-Konfidenzintervall: 1,23-3,36) sowie mit den MCI-Sybtypen. Dies galt aber nur für Patienten zwischen 50 und 65 Jahren. Bei älteren Patienten verschwand die Assoziation. Mittelalte Frauen mit Diabetes-Typ-2 litten häufiger an amnestischem MCI (odds ratio: 3,02; 95-Prozent-Konfidenzintervall: 1,27-7,17), mittelalte Männer häufiger an nicht-amnestischem MCI (odds ratio: 2,61; 95-Prozent-Konfidenzintervall: 1,14-5,98).

Die Wissenschaftler folgern, dass mittelalte Patienten mit Diabetes-Typ-2 besonders empfindlich für die Entwicklung eines MCI sind. Eine qualitativ hochwertige Behandlung des Diabetes insbesondere im mittleren Alter sei also nicht nur zur Vermeidung kardio­vaskulärer Schäden wichtig, sondern möglicherweise auch, um kognitiven Verschlech­terungen vorzubeugen oder sie hinauszuzögern. © hil/aerzteblatt.de

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