Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Windhorst sieht freien Arztberuf durch Brüsseler „Regulierungswut“ gefährdet

Freitag, 5. September 2014

Münster – Die Europäische Union nimmt nach Ansicht der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) mit ihren Binnenmarkt- und Wettbewerbsregelungen immer mehr Einfluss auch auf die Gesundheitssysteme ihrer Mitgliedsstaaten. „Das ist eine Bedrohung für die Frei­heit des Arztberufs gerade in Deutschland“, erklärt ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst in der aktuellen Ausgabe des Westfälischen Ärzteblattes.

So habe man beispielsweise nur mit Mühe verhindert, dass die Standards für klinische Prüfungen von Arzneimitteln in einer europäischen Richtlinie „geradezu fahrlässig weit herunterreguliert“ worden seien. Auch der vom Europäischen Komitee für Normierung verfolgte Plan einer Norm für Qualifikations- und Qualitätsstandards bei ästhetisch-chirurgischen Eingriffen sei ein völlig falscher Ansatz. „In Deutschland übernimmt diese zentrale Aufgabe aus gutem Grund die ärztliche Selbstverwaltung“, so der Kammerchef. Denn sie stelle die fachliche Expertise sicher und achte auf die Einhaltung berufs­rechtlicher Vorgaben.

Statt die Kernkompetenzen der ärztlichen Selbstverwaltung zu beschneiden, solle die EU ihre Aufmerksamkeit besser auf wichtige europäische Arbeitsfelder richten, forderte Windhorst. Dazu gehöre beispielsweise die Forschungsförderung oder die Optimierung der internationalen Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Gesundheits­bedrohungen. Konkret wäre ein länderübergreifendes Register ärztlicher Qualifikationen und Berufserlaubnisse ein sinnvolles europäisches Projekt, so der Kammerchef. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

13.10.17
Klares Signal gegen europäische Gesundheitsnormen
Berlin – Ein „klares Signal gegen die Ausweitung der europäischen Normungstendenzen“ haben Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Deutsche Sozialversicherung gesetzt. Auf......
07.10.17
Europa muss bei Gesundheitspolitik zusammenarbeiten
Gutes Klima beim Parlamentarischen Empfang in Brüssel: Norbert Lins (MdEP), Martin Seychell (Europäische Kommission, stellvertretender Generaldirektor für Gesundheit in der Generaldirektion Gesundheit......
02.10.17
EU-Kommission sieht Defizite bei Bonns Bewerbung um Europäische Arzneimittelagentur
Brüssel – Die Bewerbung von Bonn als neuer Standort für die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) weist nach einer Auswertung der EU-Kommission erhebliche Schwächen auf. Das geht aus Dokumenten der......
07.08.17
EMA-Bewerbung: Deutschland wirbt mit „Closer to Europe“ für Bonn
Düsseldorf – Ein Umzug der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) von London nach Bonn würde den regionalen Arbeitsmarkt ebenso wie den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort stärken. Das haben......
01.08.17
19 Städte bewerben sich um Europäische Arzneimittelagentur
Brüssel – Nun ist es offiziell: Im Auswahlverfahren für den künftigen Sitz der aus Großbritannien wegziehenden Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) haben sich neben Bonn 18 andere europäische Städte......
28.07.17
EU-Maßnahmen gegen krebsverdächtiges Acrylamid gebilligt
Brüssel – Neue EU-Regeln sollen von 2018 an das krebsverdächtige Acrylamid in Lebensmitteln wie Pommes, Chips oder Knäckebrot so weit wie möglich zurückdrängen. Experten der EU-Mitgliedsländer......
12.07.17
Regierung will Europäische Arzneimittelagentur nach Bonn holen
Berlin – Die Bundesregierung will die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) von London nach Bonn holen. Die Bundesrepublik bewerbe sich unter dem Motto „Closer to Europe“ offiziell bei der EU um die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige