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Medizin

Säuglingsernährung beeinflusst Entwicklung des Immunsystems

Freitag, 5. September 2014

dpa

San Francisco – Ob Säuglinge mit Muttermilch gestillt werden oder Ersatznahrung erhalten, hat Auswirkungen auf das Immunsystem auch lange nach dem Abstillen. Die Folgen der Säuglingsernährung für das Immunsystem könnten erklären, warum Menschen auf Impfungen unterschiedlich reagieren oder anfälliger für Infektionen oder Autoimmunerkrankungen sind.

Das meint eine Arbeitsgruppe um Dennis Hartigan-O’Connor und Amir Ardeshir vom Department of Medical Microbiology and Immunology der University at California, San Francisco. Die Wissenschaftler berichten über ihre Studie an Rhesusaffen in der Zeitschrift Science Translational Medicine (doi 10.1126/scitranslmed.3008791).

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Die Forscher untersuchten die Effekte von Muttermilch und Ersatznahrung auf das Immunsystem während der ersten sechs Monate im Leben der Affen. „Wir waren überrascht zu sehen, dass sich zwei Arten von Immunsystemen entwickelten“, berichten die Forscher. Auch nach dem Abstillen blieben diese Unterschiede bestehen, obwohl die Tiere die gleiche Nahrung erhielten. Ardeshir und seine Kollegen führen die Effekte auf eine unterschiedliche Darmflora zurück, die sich durch die Ernährung in den ersten Lebensmonaten entwickle.

Konkret beobachteten die Wissenschaftler bei den Tieren, die Muttermilch erhielten, mehr T-Helfer-Zellen vom Typ 17 (TH-17-Zellen), die zum Beispiel für die Abwehr von Salmonelleninfektionen wichtig sein sollen. „Individuen, deren Darmflora die Entwicklung dieser Zellen im frühen Lebensalter nicht fördert, könnten später anfälliger gegen Salmonelleninfektionen seien“, vermuten die Forscher.

Ihre Theorie beruht auf der These, dass Teile der Darmflora Stoffwechselprodukte produzieren, die das Immunsystem anregen und formen. „Sechs bis zwölf Monate alte Affen, die Muttermilch erhalten hatten, verfügten über eine reichere und diversifiziertere Darmflora als ihre Altersgenossen, die Ersatznahrung bekommen hatten“, berichten die Forscher.

So seien zum Beispiel die gramnegativen Prevotella-Bakterien bei ihnen häufiger, Clostridien dagegen seltener als bei den Artgenossen mit Ersatznahrung. „Unsere Untersuchungen lassen vermuten, dass die physiologische Darmflora das Immunsystem nachhaltig beeinflusst und Auswirkungen darauf hat, wie das Individuum später auf Infektionen reagiert. Diese Darmflora wiederum wird durch die frühe Ernährung beeinflusst“, so das Fazit der Wissenschaftler.

© hil/aerzteblatt.de

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L.A.
am Montag, 8. September 2014, 14:07

Junge Mütter ab in die Arbeit...

...da ist keine Zeit und Muße (!) mehr zum Stillen.
Das Neugeborene ab in die KITA. Da bekommt es dann Ersatznahrung (und "Ersatz-Zuwendung").
Merkt keiner den Widerspruch ? Was heute propagiert wird, ist gegen das Wohl des Kleinkindes gerichtet !
LNS

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