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Medizin

In England wäre jeder fünfte Todesfall bei Kindern vermeidbar

Freitag, 5. September 2014

Coventry – Obwohl die Kindersterblichkeit in den industrialisierten Ländern bereits auf sehr niedrige Raten gefallen ist, wären viele kindliche Todesfälle vermeidbar. Das berich­tet eine Autorengruppe um Peter Sidebotham, von der Abteilung für Mental Health and Wellbeing der Universität Warwick, Großbritannien, in der Zeitschrift Lancet (2014; 384: 894–903).

Der Beitrag ist der erste Teil einer Serie zur Kindermortalität in hochindustrialisierten Ländern. Sie stellt die Epidemiologie von Kindersterblichkeit und einen standardisierten Ansatz zur Überprüfung Erfassung von Kindersterblichkeit in den industrialisierten Län­dern dar. Danach unterscheiden sich die Todesraten zwischen den untersuchten Län­dern und zwischen verschiedenen Altersgruppen deutlich.

„Diese Unterschiede in der Sterblichkeit sagen uns, dass in allen Altersgruppen mehr getan werden könnte, um Todesfällen bei Kindern vorzubeugen“, erläutert Sidebotham. Obwohl einige Faktoren wie Alter, Geschlecht und Gene fest stünden, seien doch viele Umwelt-, soziale und die Gesundheitsversorgung betreffende Faktoren veränderbar.

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Auch gebe es anhaltende sozioökonomische Unterschiede bei der Kindersterblichkeit. Kinder aus sozial benachteiligtem Hintergrund hätten ein signifikant höheres Risiko zu sterben als ihre wohlhabenderen Altersgenossen. Die fünf Hocheinkommensländer mit der höchsten Kindersterblichkeit, nämlich die USA, Neu Seeland, Portugal, Kanada und England seien jene, in denen auch die größten Einkommensunterschiede bestünden, so die Autoren.

Auf Großbritannien bezogen meinen die Forscher, dass rund 20 Prozent der Todesfälle vermeidbare Gründe haben wie Unfälle, Selbstmord, Missbrauch und Vernachlässigung. Dabei beziehen sie sich auf Daten der Jahre 2010 und 2011. Eine Kombination aus lang­fristiger politischer Verpflichtung, Wohlfahrtsleistungen gegen Kinderarmut und eine gute Gesundheitsversorgung von Kindern könne viele Todesfälle verhüten, so die Forscher.

Sie fordern, Mitarbeiter des Gesundheitssystems besser auszubilden. Diese müssten ernsthafte Erkrankungen bei Kindern besser erkennen und vertrauter mit den Best-Practice-Leitlinien sein, um vermeidbare Todesfälle bei Kindern zu verhüten.

Sie schränken allerdings ein, dass eine Auswertung von Todesursachen nicht alle Faktoren erfassen könne, die zu den Todesursachen beitrügen. Wohl aber könne eine Gesell­schaft das so erworbene Wissen nutzen, um Präventionsinitiativen auf den Weg zu bringen. Wichtig sei dazu, die Todesumstände von Kindern systematischer zu erfassen und auszuwerten. © hil/aerzteblatt.de

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