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Politik

Krankenkassen: Arbeitgeber tragen Mitschuld an Burnout

Montag, 8. September 2014

Berlin – Mehrere große Krankenkassen werfen Arbeitgebern eine Mitschuld an der steigenden Zahl von Burnout-Erkrankungen und Depressionsfällen in den Unternehmen vor. Die Vorstandsvorsitzenden der Barmer GEK, Techniker Krankenkasse (TK) und Kaufmännischer Krankenkasse KKH forderten laut Welt am Sonntag die Unternehmens­führungen zu einem Kurswechsel auf. Zugleich verlangten sie eine Stärkung der Gesundheitsvorsorge in den Betrieben.

„Die Veränderungen in unserer Arbeitswelt zum Beispiel durch den Gebrauch von Smartphones und die damit verbundene ständige Erreichbarkeit führen zu immer mehr Stress“, sagte Barmer-Chef Christoph Straub. Er sprach sich dafür aus, die Arbeitgeber per Gesetz dazu zu zwingen, Mitarbeitern das Recht auf Ruhepausen zuzugestehen. „Niemand sollte immer erreichbar sein müssen – hier kann ein Gesetz durch klare Maßstäbe gegen Dauerstress Gesundheit schützen.“

Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen
KKH-Chef Ingo Kailuweit warf den Unternehmen vor, ihre Verantwortung für die Beschäftigten zu vernachlässigen. Viele Betriebe versäumten es, ihre Mitarbeiter gezielt auf einen verträglichen Umgang mit wachsendem Stress vorzubereiten. „Hier müssen die meisten Arbeitgeber umdenken“, forderte er. TK-Chef Jens Baas rief die Unternehmen auf, verstärkt in betriebliches Gesundheitsmanagement zu investieren. „Hier ist jeder Euro gut angelegt.“

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Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) unterstützte den Appell der Kassen. Gesundheit und Zufriedenheit der Beschäftigten zu fördern, liege im eigenen Interesse der Betriebe. „Unternehmen, die das erkennen, steigern letztlich auch ihre Wettbewerbs­fähigkeit.“

Laut Angaben der Krankenkasse DAK sind 16 Prozent aller Fehltage in den Betrieben im ersten Halbjahr 2014 auf psychische Erkrankungen wie Burnout zurückzuführen. Die Zahl der Krankheitsfälle von Depressionen oder Angstzuständen stieg demnach um gut zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #101839
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am Montag, 15. September 2014, 11:38

Erste Früchte ....

Das kam ja nach der Finanzkrise richtig in Mode, einen Teil der Beschäftigten zu entlassen und der Rest mußte dann für das gleiche Geld die Arbeitsverdichtung und Mehrbelastung in Kauf nehmen. Was dabei heraus kam sehen wir ja jetzt.

Avatar #675503
Widerstand
am Montag, 8. September 2014, 18:39

Gestresste Manager wecken Krankenkassen?

Also ehrlich, es ist nicht zu glauben. Die Krankenkassen wachen in einem Punkt auf und versuchen Humor zu zeigen. Allerdings sind sie auch Meister der Selbst- oder und Versichertentäuschung. Wer glaubt denn im Ernst, dass Unternehmer, die einmal auf Kosten der Arbeitnehmer reich und groß wurden, einen Kurswechsel einschlagen?
Die durchschnittliche Arbeitszeit von 40,5 Stunden statt 37 zeigt doch, wess Geistes Kind hier herrscht. Investitionen im Gesundheitsmanagement? Wie ist man denn darauf gekommen? Haben zuviele aus dem mittleren Management über Stress geklagt? Acht von zehn Managern sind gestresst und wieviel von den unteren Cargen? Das grenzt schon an Volksverdummung.

Und wie nicht anders zu erwarten, hängt Mr. Gröhe (CDU) seine Nase schnell mit rein. Gesundheit für Alle, wer hinter den Leuten mit Burnout steht bekommt Wählerstimmen.
Was für eine bigotte ...
LNS

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