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Fachgesellschaften fordern frühes Eingreifen bei Gefäßverengungen

Dienstag, 9. September 2014

Berlin – Gefäßverengungen früh energisch zu behandeln fordern die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA). „Bei Durch­blutungs­störungen sind frühe Kathetereingriffe zur Aufdehnung verstopfter Gefäße angezeigt, um Folgeschäden wie Amputationen oder Herzinsuffizienz möglichst lange zu verhindern“, sagte der Mediensprecher der DGG, Dirk Müller-Wieland.

Gefäßmediziner sehen laut der DGA in ihren Sprechstunden immer häufiger Diabetes­patienten, die statt mit 60 bereits mit 45 Jahren an schweren Durchblutungsstörungen leiden. „Oft genug ist das die Quittung für Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen“, erläutert Holger Lawall, Kongresspräsident der 43. Jahrestagung der DGA. Zunächst könne ein Stent helfen, die Gefäße wieder durchgängig zu machen, später ein Bypass. „Anschließend sind die Patienten vielleicht 55 Jahre alt und ausbehandelt. Und was machen wir dann?“ fragt Gefäßexperte Lawall.

Die beiden Fachgesellschaften plädieren dafür, Gefäßprobleme rechtzeitig und möglichst schonend zu behandeln – insbesondere Durchblutungsstörungen in den Beingefäßen, die ein großes Problem bei Diabetespatienten darstellten. Sie könnten zum diabetischen Fußsyndrom (DFS) führen, zu Gefühlsstörungen, Geschwüren und offenen Wunden. Grundsätzlich stehen laut DGA und DDG zwei effektive Verfahren in der Gefäßmedizin zur Verfügung, um verstopfte Gefäße wieder durchlässig zu machen – die offene Bypasschirurgie oder ein Kathetereingriff mit Ballonerweiterung und/oder Stent.

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„Sofern technisch verfügbar, lautet die gemeinsame Empfehlung von Diabetologen und Gefäßmedizinern: erst Kathetereingriff, dann Operation“, erläutert Stephan Matthaei, Chefarzt des Diabeteszentrums am Christlichen Krankenhaus Quakenbrück. Dieses Vorgehen stelle sicher, dass eine Amputation möglichst lange verhindert werden könne oder, sofern unumgänglich, sich auf einen Teil des Vorderfußes beschränke. „Bei beiden Verfahren können in 80 Prozent der Fälle die Beine erhalten werden“, so Matthaei.

Idealerweise sollte der Arzt bei einem Kathetereingriff gleich mehrere Gefäße behandeln. Der Eingriff habe bei älteren Diabetespatienten zudem den Vorteil, dass sie sich in der Regel schneller wieder erholten und das Krankenbett verlassen könnten. „Ab diesem Zeitpunkt ist eine angemessene Nachsorge ebenfalls sehr wichtig“, betont Erhard Siegel, Präsident der DDG. Dazu gehöre auch, im Rahmen einer betreuten Patientengruppe Sport zu treiben. „Bei älteren Diabetespatienten sollte der Blutzucker zudem nicht mehr so streng eingestellt werden, ein HbA1c-Wert von 8,5 reicht aus“, meint der DDG-Experte. © hil/aerzteblatt.de

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