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Ebola: Liberia sieht seine Existenz bedroht

Mittwoch, 10. September 2014

Desinfizierung eines Taxis, in dem ein Ebola-Patient transportiert wurde /dpa

New York/Omaha – Mit eindringlichen Worten hat Liberia vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen um internationale Hilfe im Kampf gegen Ebola geworben. Die Epidemie breite sich wie ein Flächenbrand aus und bedrohe inzwischen den gesamten Staat, sagte Verteidigungsminister Brownie Samukai am Dienstag (Ortszeit) in New York. Das Gesundheitssystem des Landes sei völlig überlastet.

„Das tödliche Ebola-Virus hat die normale Funktionsfähigkeit unseres Staates beeinträchtigt”, zitierte die BBC den Minister. Seinem Land mangele es an der Infrastruktur, den logistischen Kapazitäten, dem Fachwissen und dem nötigen Geld, um die Krankheit effektiv zu bekämpfen.

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Nach jüngsten Daten der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO verzeichnete Liberia bis zum 6. September mit 2.046 Infizierten knapp die Hälfte aller gemeldeten Ebola-Infektionen und mit 1.224 mehr als die Hälfte der registrierten Todesfälle. Insgesamt sind in Westafrika demnach bereits 2.296 Menschen an Ebola gestorben. Die Dunkelziffer liegt vermutlich wesentlich höher. Besonders betroffen sind auch Guinea und Sierra Leone.

Dr. med. Matthias Grade, frisch zurück von einer Ebola-Mission im Norden Liberias: „Zuerst kommt der Schutz der Gesunden, dann kümmert man sich um die Kranken“

Seit April wird Westafrika von einer Ebola-Epidemie heimgesucht, die mit mehr als 3 500 Infizierten und 1 800 Toten alle bisherigen Ausbrüche in den Schatten stellt. Internist Matthias Grade über die Notwendigkeit von Expertenhilfe, die Angst vor der Seuche und Chancen, zu überleben

Die Organisation World Vision verwies darauf, dass in Liberia und Sierra Leone gewöhnliche Krankheiten oft nicht mehr behandelt würden. „Hunderte von Kindern bleiben im Moment unterversorgt und sterben – vor allem an eigentlich leicht behandelbaren Krankheiten wie Malaria, Typhus und Lungenentzündung”, sagte die Kinderärztin Sara Hommel, die in Sierra Leones Hauptstadt Freetown arbeitet, nach einer Mitteilung der Organisation. Zudem suchten einige Schwangere aus Angst vor einer Ansteckung keine medizinische Hilfe mehr auf. Bei Komplikationen könne dann nicht fachgerecht geholfen werden.

Ebola-Patient im Senegal geheilt
Der erste und bisher einzige bestätigte Ebola-Patient im Senegal gilt unterdessen als geheilt. Der 21-jährige Student aus Guinea war im vergangenen Monat auf dem Landweg in das Nachbarland Senegal eingereist und später mit Symptomen der Krankheit in einer Klinik isoliert worden. Nach mehrwöchiger Behandlung seien nun zwei erneute Tests auf das Virus negativ ausgefallen, sagte ein Sprecher des Gesundheits­ministeriums in Dakar am Mittwoch.

Einem in der vergangenen Woche in die USA gebrachten Ebola-Patienten geht es nach Angaben seiner Ärzte besser. „Wir sind sehr zufrieden mit seinem Fortschritt”, sagte Phil Smith, Direktor der zuständigen Abteilung des Nebraska Medical Center in Omaha, laut Mitteilung vom Dienstag. Der 51-Jährige war am Freitag in die Klinik gebracht worden, nachdem er sich in Liberia infiziert hatte, wo er als Missionar und Arzt arbeitete.

© dpa/aerzteblatt.de

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