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Politik

Helios schließt Übernahme von Unikliniken nicht aus

Mittwoch, 10. September 2014

Berlin – Die Privatisierung von Universitätsklinika bleibt weiterhin eine Option für private Klinikträger. Trotz der ernüchternden Erfahrungen, die die Rhön Klinikum AG mit dem Kauf der Unikliniken in Gießen und Marburg gemacht hat, schloss der Geschäftsführer der Helios Kliniken GmbH, Francesco de Meo, eine Übernahme eines Universitäts­klinikums für die Zukunft nicht aus.

Allerdings wolle Helios nur dann investieren, wenn die Übernahme einen Mehrwert für den gesamten Klinikkonzern darstelle, sei es finanziell oder durch Verbesserungen für die Patientenversorgung oder Wissenschaft und Forschung. „Nur wenn ein Uniklinikum einen Beitrag für die anderen Kliniken in der Gruppe leistet, passt es zu uns“, stellte er bei der Charité Management Lecture zum Thema „Privatisierung von Kliniken“ in Berlin klar.

Ruf der Unikliniken hat unter den Erfahrungen mit Gießen-Marburg gelitten
Die derzeitige Zurückhaltung in der Diskussion um die Privatisierung von Hochschul­kliniken resultiert laut De Meo allerdings nicht nur aus den Erfahrungen mit Gießen-Marburg. „Unikliniken verlieren ihren Nimbus“, meinte der Geschäftsführer von Europas größtem privatem Krankenhauskonzern. So stünden sie nicht mehr wie früher automa­tisch für moderne Patientenversorgung der Extraklasse. Auch in der Wissenschaft und Forschung seien einige medizinische Fakultäten entzaubert.

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Aus Sicht von Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin, würden Universitätskliniken privaten Krankenhausträgern eine Reihe von Vorteilen bringen. Neben einem Imagegewinn und Stärkung von internationalen Kontakten handele es sich dabei vor allem um die Personalrekrutierung sowie eine schnelle Bereitstellung von Innovationen für alle Patienten einer Klinikgruppe.

Die Unikliniken würden ihrerseits mit einer Privatisierung die Hoffnung auf Befreiung von der politischen Bevormundung und eine Straffung des Managements sowie schnellere Entscheidungen verbinden. Trotz der möglichen Vorteile stehe er Privatisierungen von Uniklinika dennoch sehr kritisch gegenüber, sagte Einhäupl: „Es gibt derzeit kein Modell, an dem man sich orientieren könnte“.

Öffentlich finanzierte Krankenhäuser zum Zwecke der Daseinsvorsorge notwendig
Außerdem seien öffentlich finanzierter Krankenhäuser zum Zwecke der Daseinsvorsorge unbedingt notwendig. Dennoch glaubt Einhäupl, dass es in Zukunft durchaus zu weiteren Privatisierungen von Hochschulkliniken kommen könnte: „Vor allem bei Unikliniken in den ärmeren Bundesländern, die ohnehin nicht in der Oberliga spielen können, steigt die Wahrscheinlichkeit“.

Allerdings ist eine Privatisierung von weiteren Universitätskliniken in den kommenden Jahren wohl kaum zu erwarten. Zumindest Helios sei zunächst mit der Integration der von Rhön gekauften Krankenhäuser in den Konzern beschäftigt, sagte De Meo. Bei dem Vergleich der neuen Standorte mit bereits vorhandenen sehe man deutliche Unter­schiede in den Abläufen und in der Organisation, aber auch in einigen weiteren Bereichen, wie beispielsweise beim Personal.

Dennoch sollen die bisherigen Helios-Strukturen den hinzugekommenen Kliniken nicht einfach übergestülpt werden. „Wir suchen nach der besten Lösung. Sie ist dann der Maßstab für alle“, so der Helios-Geschäftsführer. © ank/aerzteblatt.de

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