NewsVermischtesNur jeder fünfte Patient nach Milzentfernung ausreichend geimpft
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Nur jeder fünfte Patient nach Milzentfernung ausreichend geimpft

Donnerstag, 11. September 2014

Wiesbaden – Nur rund 20 Prozent der Menschen ohne Milz sind ausreichend geimpft. Auf dieses Zwischenergebnis einer aktuellen Studie weist die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hin.

Laut der Fachgesellschaft leben in Deutschland mehr als 80.000 Menschen ohne Milz. Fehlt dem Körper dieses Organ der Immunabwehr, steigt das Risiko einer lebens­bedrohlichen Infektion. Jedes Jahr entfernen Ärzte hierzulande etwa 8.000 Menschen die Milz. Die meisten Patienten erholen sich schnell von einer Splenektomie. „Sie können aber nur dann ein normales Leben führen, wenn sie sich vor Infekten wirksam schützen“, erläutert Ulrich Fölsch, Generalsekretär der DGIM aus Kiel.

Dazu gehörten Impfungen gegen Bakterien, die für Menschen ohne Milz besonders gefährlich seien: Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae. „Insbesondere Pneumokokken können bei splenektomierten Patienten schwerste Verläufe von Lungen- und Hirnhautentzündungen hervorrufen, die überproportional häufig zu einer schweren Sepsis und Kreislauf- und Organversagen führen“, erläutert Fölsch.

Anzeige

Zu derartigen Komplikationen kommt es bei bis zu fünf Prozent der Patienten, schreibt Winfried Kern, Leiter der Abteilung Infektiologie am Universitätsklinikum Freiburg. „Wenn die Infektion so schwer verläuft, stirbt die Hälfte der Patienten an dieser Komplikation.“ Kern leitete die sogenannte Spleen-Off-Studie an splenektomierten Patienten. Er betont, dass die notwendigen Impfstoffe seit Jahren zur Verfügung stünden.

„Der Impfstoff gegen Pneumokokken wurde in den letzten Jahren verbessert, auch die Impfungen gegen Meningokokken und Haemophilus influenzae sind hoch wirksam und gut verträglich für Patienten ohne Milz“, so Kern. Die Impfungen erfolgen in der Regel 14 Tage nach der Splenektomie, bei einem geplanten Eingriff besser bereits 14 Tage vor der Operation.

Später müssen Patienten die Impfungen gegen Pneumokokken und Meningokokken regelmäßig auffrischen lassen. Die DGIM rät Menschen ohne Milz außerdem zur jährlichen Grippe-Impfung, da eine Virusgrippe oft den Boden für eine bakterielle Lungenentzündung bereitet. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. September 2020
Berlin – Mehr als 28 Millionen gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland hatten 2017 mindestens eine chronische Erkrankung, bei der zur Influenza-Impfung geraten wird. Wie vielen von ihnen sich
Chronisch Kranke in Deutschland in den vergangenen Jahren oft ohne Influenza-Impfung
25. September 2020
Genf – Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) warnt wegen der großen Nachfrage nach Grippeimpfstoff vor möglichen Engpässen. Länder, die nicht genug Impfstoff bestellt haben, sollten Prioritäten setzen
WHO sieht mögliche Engpässe bei Grippeimpfstoff
25. September 2020
London – In London sollen Menschen für Impfstofftests absichtlich mit SARS-CoV-2 infiziert werden. Gesunde, erwachsene Freiwillige sollen dabei im neuen Jahr unter kontrollierten Quarantänebedingungen
Absichtliche Coronainfektionen für Impfstofftests geplant
24. September 2020
Washington – Der Chef der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, hat versichert, dass er keinen politischen Einfluss auf die Zulassung von Coronaimpfstoffen erlauben wird. Die
FDA-Chef versichert: Keine politische Einmischung bei Impfzulassung
22. September 2020
Brüssel – Coronaimpfstoffe könnten nach Aussagen des Europäischen Pharmaverbands (EFPIA) pro Einheit zwischen 5 und 15 Euro kosten. Dies sei ein angemessener Preis pro Dosis, sagte die Vorsitzende der
SARS-CoV-2-Impfstoff könnte 5 bis 15 Euro pro Dosis kosten
21. September 2020
Berlin – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) rechnet weiterhin mit einer Zulassung von Coronaimpfstoffen für Ende 2020 oder Anfang 2021. Derzeit befänden sich neun SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten in der
Paul-Ehrlich-Institut: SARS-CoV-2-Impfstoffzulassung Ende 2020 oder Anfang 2021
21. September 2020
Athen – Eine Impfung mit dem über 100 Jahre alten Tuberkuloseimpfstoff BCG hat in einer randomisierten Studie bei Senioren die Zahl der Atemwegsinfektionen deutlich gesenkt. Der Grund könnte nach den
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER