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Ausland

Neuer Hilfsschub für Ebola-Gebiete

Freitag, 12. September 2014

Genf – Angesichts der schlimmsten Ebola-Epidemie aller Zeiten nehmen die interna­tionalen Hilfsbemühungen für Westafrika immer größere Dimensionen an. Während Kuba am Freitag die Entsendung des bislang größten Helfer-Kontingents in die Krisen­region ankündigte, verzehnfacht Deutschland seine Finanzhilfe für die betroffenen Staaten. Laut dem UN-Kinderhilfswerk Unicef hat die Seuche vermutlich schon 2.000 Kinder zu Waisen gemacht.

Allein Kuba schickt zur Bekämpfung der Epidemie in Westafrika 165 Ärzte und Krankenschwestern nach Sierra Leone. Sie sollen ein halbes Jahr in den Ebola-Gebieten bleiben, wie das kubanische Ge­sund­heits­mi­nis­terium mitteilte.

Laut der Direktorin der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO), Margaret Chan, handelt es sich um das größte Kontingent an Helfern, das ein Land in den Kampf gegen Ebola schickt. Trotzdem hält die WHO den zusätzlichen Einsatz von 500 ausländischen und tausend einheimischen Fachmedizinern in der Krisenregion für erforderlich. Die WHO selbst und die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen haben beide zurzeit jeweils 200 internationale Experten vor Ort.

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Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) kündigte in der Rheinischen Post an, Deutschland werde seine Hilfen für die Ebola-Krisengebiete auf zehn Millionen Euro verzehnfachen. „Die Situation hat sich dramatisch verschlimmert und droht außer Kontrolle zu geraten“, sagte Müller der Zeitung.

Die Hilfen zur besseren Krankenversorgung und Aufstockung des medizinischen Fachpersonals stellt Deutschland der WHO zur Verfügung. Zudem müsse die internationale Gemeinschaft "medizinisches Personal in die entsprechenden Länder bringen und zugleich sicherstellen, dass wir sie im Notfall auf dem schnellsten Weg wieder ausfliegen und ihnen die bestmögliche medizinische Versorgung gewährleisten können", sagte Müller.

Am schwersten von der Epidemie betroffen sind Sierra Leone, Liberia und Guinea. In Liberia sei kein einziges Krankenbett für die Behandlung von Ebola-Patienten mehr frei, warnte WHO-Chefin Chan. Gerade in dem Küstenstaat werde die Epidemie auch zu einem sicherheitspolitischen Problem und bedrohe Liberias Staatswesen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte zudem vor den wirtschaftlichen Folgen der Epidemie für Westafrika. Das Wachstum in Sierra Leone und Liberia drohe um 3,5 Prozentpunkte zu schrumpfen, in Guinea um 1,5 Prozentpunkte, erklärte IWF-Sprecher Bill Murray. In den drei Ländern könnte die Ebola-Epidemie demnach jeweils Haushaltslöcher von umgerechnet bis zu hundert Millionen Euro reißen.

Ein Hoffnungsschimmer kommt derweil aus den Vereinigten Staaten: Dort ist ein in Liberia an Ebola erkrankter US-Arzt offenbar erfolgreich mit Antikörpern eines bereits vom gleichen Virus geheilten Landsmannes behandelt worden. Laut seiner Klinik im US-Bundesstaat Nebraska ist der 51-Jährige nach der Behandlung mit dem Blutplasma des Spenders und der Verabreichung experimenteller Medikamente wieder auf dem Weg der Besserung. © afp/aerzteblatt.de

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