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Ein Drittel jugendlicher Rheumapatienten bricht Arztkontakt ab

Montag, 15. September 2014

Düsseldorf – Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) haben auf Defizite bei der Versorgung jugendlicher Rheumapatienten hingewiesen. Demnach bricht rund ein Drittel der betroffenen Jugendlichen beim Übergang vom Kinderarzt zum Erwachsenenmediziner den Arztkontakt vollständig ab. Deshalb müsse der Betreuungswechsel flexibler gestaltet und bestehende Transitionsprogramme bundesweit umgesetzt werden, forderten die Fachgesellschaften.

Laut DGRh und GKJR gehören entzündlich-rheumatische Erkrankungen, wie die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) oder Kollagenosen, bei Kindern und Jugendlichen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Werden die Jugendlichen erwachsen, benötigt immer noch jeder zweite eine kontinuierliche Betreuung durch einen Rheumatologen.

„Die Phase des Erwachsenwerdens ist besonders schwer”, warnte GKJR-Mitglied Jürgen Laws. Denn die Patienten lehnten häufig die Krankheit ab, führten ihre Therapie gar nicht oder nur unzureichend durch. Das könne unwiderrufliche gesundheitliche Folgen haben, die sogar das Augenlicht gefährdeten.

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Ursachen für die schwierige Übergangs­phase sind den Fachgesellschaften zufolge zu früh oder zu abrupte Wechsel. „Die Therapiekonzepte in der Erwachsenenmedizin sind andere und die Betreuungsintensität ist geringer”, so Laws. Er kritisiert, dass nach den Verordnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen der meisten Bundesländer mit dem 18. Lebensjahr eine Betreuung durch den Pädiater nur mit besonderer Begründung möglich sei.

Transition: Mehr als ein „Transfer“

Wenn Kinder zu Erwachsenen werden und von der Pädiatrie zur Erwachsenenmedizin wechseln, gilt es, einerseits Veränderungen einzuleiten, andererseits das Behandlungsergebnis konstant zu halten.

„Dabei können wir den Wechsel zur Erwachsenenmedizin nicht allein am Alter fest­machen”, unterstrich Laws. Viel wichtiger sei es, die körperliche, psychosoziale und berufliche Entwicklung zu berücksichtigen. Studien hätten gezeigt, dass sich die Patienten eine bessere Vorbereitung auf den Betreuungswechsel wünschten und eine flexible, überlappende Betreuung.

Laut DGRh und GKJR bieten bereits mehr als 20 kinderrheumatologische Einrichtungen Sprechstunden, die die Transition vorbereiten, an. Allerdings nutzt nicht mal jeder Fünfte dieses Angebot. „Wir fordern gesundheitspolitische Entscheidungsträger und Krankenkassen auf, endlich Konsequenzen aus den längst nachgewiesenen Defiziten zu ziehen”, so Laws. © hil/aerzteblatt.de

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