NewsVermischtesEin Drittel jugendlicher Rheumapatienten bricht Arztkontakt ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Ein Drittel jugendlicher Rheumapatienten bricht Arztkontakt ab

Montag, 15. September 2014

Düsseldorf – Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) und die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) haben auf Defizite bei der Versorgung jugendlicher Rheumapatienten hingewiesen. Demnach bricht rund ein Drittel der betroffenen Jugendlichen beim Übergang vom Kinderarzt zum Erwachsenenmediziner den Arztkontakt vollständig ab. Deshalb müsse der Betreuungswechsel flexibler gestaltet und bestehende Transitionsprogramme bundesweit umgesetzt werden, forderten die Fachgesellschaften.

Laut DGRh und GKJR gehören entzündlich-rheumatische Erkrankungen, wie die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) oder Kollagenosen, bei Kindern und Jugendlichen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Werden die Jugendlichen erwachsen, benötigt immer noch jeder zweite eine kontinuierliche Betreuung durch einen Rheumatologen.

„Die Phase des Erwachsenwerdens ist besonders schwer”, warnte GKJR-Mitglied Jürgen Laws. Denn die Patienten lehnten häufig die Krankheit ab, führten ihre Therapie gar nicht oder nur unzureichend durch. Das könne unwiderrufliche gesundheitliche Folgen haben, die sogar das Augenlicht gefährdeten.

Anzeige

Ursachen für die schwierige Übergangs­phase sind den Fachgesellschaften zufolge zu früh oder zu abrupte Wechsel. „Die Therapiekonzepte in der Erwachsenenmedizin sind andere und die Betreuungsintensität ist geringer”, so Laws. Er kritisiert, dass nach den Verordnungen der Kassenärztlichen Vereinigungen der meisten Bundesländer mit dem 18. Lebensjahr eine Betreuung durch den Pädiater nur mit besonderer Begründung möglich sei.

Transition: Mehr als ein „Transfer“

Wenn Kinder zu Erwachsenen werden und von der Pädiatrie zur Erwachsenenmedizin wechseln, gilt es, einerseits Veränderungen einzuleiten, andererseits das Behandlungsergebnis konstant zu halten.

„Dabei können wir den Wechsel zur Erwachsenenmedizin nicht allein am Alter fest­machen”, unterstrich Laws. Viel wichtiger sei es, die körperliche, psychosoziale und berufliche Entwicklung zu berücksichtigen. Studien hätten gezeigt, dass sich die Patienten eine bessere Vorbereitung auf den Betreuungswechsel wünschten und eine flexible, überlappende Betreuung.

Laut DGRh und GKJR bieten bereits mehr als 20 kinderrheumatologische Einrichtungen Sprechstunden, die die Transition vorbereiten, an. Allerdings nutzt nicht mal jeder Fünfte dieses Angebot. „Wir fordern gesundheitspolitische Entscheidungsträger und Krankenkassen auf, endlich Konsequenzen aus den längst nachgewiesenen Defiziten zu ziehen”, so Laws. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. November 2020
Gießen - Laut einer Untersuchung hessischer Wissenschaftler ist das Stoßlüften in Schulen um ein Vielfaches wirksamer als der Einsatz von Luftfiltergeräten. 2 Professoren der Technischen Hochschule
Studie im Klassenzimmer: Stoßlüften wirksamer als Filtergeräte
23. November 2020
Berlin – Das Coronainfektionsrisiko in Kitas und Schulen ist einer aktuellen Analyse von Kinderärzten zufolge möglicherweise geringer als angenommen. Das zeigen Daten von mehr als 110.000 Kindern.
Kinderärzte: Infektionsrisiko auf SARS-CoV-2 in Kitas und Schulen gering
23. November 2020
Dortmund – Angesichts vielerorts coronabedingt überlasteter Gesundheitsämter kommt es bei den Untersuchungen künftiger Erstklässler zu Problemen. Spürbar viele solcher Tests mussten bisher ausfallen,
Pandemie erschwert Untersuchungen künftiger Erstklässler
20. November 2020
Berlin – Der Bluttest auf Sichelzellkrankheit ist zukünftig fester Bestandteil der Früherkennungsuntersuchungen bei Neugeborenen in Deutschland. Das dafür notwendige Bewertungsverfahren hat der
Früherkennungsuntersuchung bei Neugeborenen umfasst künftig die Sichelzellkrankheit
19. November 2020
Berlin – Kinderärzte und der Kinderschutzbund kritisieren den jüngsten Appell der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin, dass sich auch Kinder wegen der Coronapandemie derzeit nur mit einem
Kinderärzte halten strenge Kontaktregeln für schädlich
16. November 2020
Berlin – Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) fordert die schnelle Einführung eines bundesweiten Registers, das die Coronalage an Schulen und Kitas abbildet. Dort müssten „fortlaufend aktualisierte
Deutsches Kinderhilfswerk will bundesweites Coronaregister für Kitas und Schulen
12. November 2020
Köln – Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes stellt für Kinder keine gesundheitliche Gefahr das. Darauf hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hingewiesen. Demnach bestünden aus
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER