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Politik

Konkrete Maßnahmen für Menschen mit Demenz vereinbart

Montag, 15. September 2014

Manuela Schwesig und Hermann Gröhe /dpa

Berlin – Der Grundstein für eine nationale Demenzstrategie ist gelegt. Bundesfamilien­ministerin Manuela Schwesig (SPD) und Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) haben heute in Berlin gemeinsam mit Partnern aus Verbänden, Ländern und Kommunen die Agenda „Gemeinsam für Menschen mit Demenz“ unterzeichnet.

„Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung in allen Bereichen unserer Gesell­schaft. Dazu gehört neben einer guten medizinischen und pflegerischen Versorgung und Rehabilitationsmaßnahmen auch ein kompetenter Umgang mit Demenzkranken, sei es in Arztpraxen, Krankenhäusern oder in Bürgerämtern. Diesem Ziel dient die Allianz für Menschen mit Demenz“, betonte Gröhe.

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100 konkrete Maßnahmen vereinbart
Vorausgegangen ist der heutigen Unterzeichnung der Agenda eine zweijährige Arbeits­phase.  Unter dem Vorsitz der beiden Bundesministerien und dem Ko-Vorsitz der „Deutschen Alzheimer Gesellschaft – Selbsthilfe Demenz“ haben die Gestaltungspartner der „Allianz für Menschen mit Demenz“, zu der neben der Kassenärztlichen Bundes­vereinigung (KBV) und der Bundes­ärzte­kammer die kommunalen Spitzen­verbände, die Spitzenverbände aus dem Bereich Pflege und Gesundheit, der Wissen­schaft und der Zivilgesellschaft sowie die Länder gehören, etwa 100 konkrete Maßnahmen vereinbart.

Die Maßnahmen sollen die Lebenssituation der an Demenz erkrankten Menschen und ihrer Angehörigen verbessern. Die KBV wird beispielsweise im Rahmen ihrer Vertragswerkstatt ein gestuftes Versorgungskonzept einschließlich neuer qualitäts­gesicherter Leistungen für geriatrische Schwerpunktpraxen bei der Versorgung demenziell Erkrankter entwickeln. Regelmäßige Treffen der Gestaltungspartner sind vereinbart. Ein erster Fortschrittsbericht ist für Frühjahr 2016 vorgesehen. „Es ist gut, dass jeder an seinem Platz die Strategie mit Leben füllt“, sagte Gröhe und dankte den Partnern für die bisherige Arbeit.

Schwesig wies darauf hin, dass Demenz immer noch ein Tabu-Thema sei. „Wir wollen mit der Strategie auch das Signal aussenden, dass Demenz zum Leben dazu gehört“, sagte sie. Betroffene und ihre Angehörige müssten in die Mitte der Gesellschaft geholt werden. „Wir dürfen Demenzkranke und ihre Angehörigen nicht allein lassen. Sie sollen so lange wie möglich am sozialen Leben teilnehmen und im vertrauten Umfeld leben können. Zusammen mit 450 Mehrgenerationenhäusern und den 300 Anlaufstellen für ältere Menschen im Quartier unterstützen künftig 1.250 lokale Anlaufstellen bundesweit Demenzkranke und ihre Familien“, erläuterte die Ministerin.

„Mit dem Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf, geben wir den Familien was sie brauchen: Mehr Zeit, um die Doppelbelastung zu bewältigen“, erklärte Schwesig weiter. Derzeit befinde es sich noch in der Verbände-Anhörung; könne aber zeitnah in Kraft treten. „Mit dem Pflegestärkungsgesetz sorgen wir dafür, dass Demenzkranke und ihre Familien schon ab dem nächsten Jahr deutlich besser unterstützt werden“, ergänze Gröhe. © ER/aerzteblatt.de

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