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Hilfsorga­nisationen bauen in Liberia zwei Ebola-Isolier­stationen auf

Dienstag, 16. September 2014

Der Medizinische Leiter I.S.A.R. Thomas Laackmann und die Botschafterin der Republik Liberia, Ethel Davis schauen sich am 16.09.2014 in Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen) im Lager der Hilfsorganisationen action medeor Medizinische Hilfsgüter an /dpa

Tönisvorst – Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika wollen das Medika­menten-Hilfswerk action medeor und die Duisburger Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany zwei Isolierstationen für die Behandlung von Ebola-Patienten in Liberia aufbauen. Morgen reist ein Team von I.S.A.R Germany zu diesem Zweck in die liberianische Hauptstadt Monrovia, wie die Organisationen heute im nordrhein-westfälischen Tönisvorst mitteilten. Die beiden Isolierstationen sollen über 44 Behandlungsplätze verfügen. Das liberianische Ge­sund­heits­mi­nis­terium hatte den Helfern zufolge dringend um diese Unterstützung gebeten.

Die Vereinten Nationen warnten unterdessen vor einem Zusammenbruch der von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder. US-Präsident Barack Obama kündigte an, rund 3.000 Soldaten nach Westafrika zu schicken. Die Einsatzkräfte sollen in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden 17 Kliniken mit je 100 Betten für Ebola-Patienten in Liberia, Guinea und Sierra Leone bauen.

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„Jeder Behandlungsplatz wird dringend gebraucht“
„Wir dürfen die Menschen nicht im Stich lassen und müssen ihnen in Notsituationen helfen“, erklärte der Vorstandssprecher von action medeor, Bernd Pastors. „Jeder Behandlungsplatz wird dringend gebraucht.“ Die Präsidentin von I.S.A.R. Germany, Daniela Lesmeister, verwies darauf, dass mit den 44 Betten die aktuelle Kapazität in Monrovia um 20 Prozent erweitert werde.

Bei den Isolierstationen handelt es sich um Spezialzelte aus den USA. Ziel sei, die Stationen in den nächsten 14 Tagen voll funktionsfähig dem liberianischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium zu übergeben, teilten die Organisationen weiter mit. Die liberianische Botschafterin Ethel Davis äußerte sich sehr erfreut über die Hilfe. „Die nationalen Stellen sind überfordert", warnte Davis.

Gesundheitsversorgung droht zusammenzubrechen
„Es handelt sich längst um viel mehr als um einen Gesundheitsnotstand“, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Valerie Amos, heute in Genf. Zunächst müsse verhindert werden, dass die Gesundheitsversorgung in den besonders betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone zusammenbreche. Dies gelte auch mit Blick auf andere Krankheiten. Wichtig sei zudem die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser.

Die Kosten für die Bewältigung der Ebola-Krise schätzen die UN auf gut eine Milliarde US-Dollar. Davon sei bisher ein knappes Drittel gedeckt, sagte der zuständige UN-Koor­dinator David Nabarro. Nabarro lobte die gemeinsamen Anstrengungen einer Koalition aus Regierungen und privaten Organisationen, die am Sitz der UN in Genf über Hilfen beraten hatte.

Obama bezeichnete die Epidemie bereits als Bedrohung der nationalen Sicherheit. Die USA wollen neben dem Aufbau von Kliniken in den kommenden sechs Monaten pro Woche bis zu 500 Pflegekräfte im Umgang mit Ebola schulen sowie Medikamente und Desinfektionsmittel an Hunderttausende Haushalte verteilen. In der liberianischen Hauptstadt Monrovia solle eine Kommandozentrale errichtet werden.

Ein ranghohes Regierungsmitglied sagte der New York Times, die US-Maßnahmen seien in ihrem Umfang „beispiellos”. Manchen Experten zufolge reicht das Engagement aber nicht aus, um der Situation Herr zu werden, schreibt die Zeitung weiter.

Die Zahl der Opfer steigt unterdessen weiter. Fast 5.000 Menschen haben sich der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) zufolge mit dem Virus infiziert, fast die Hälfte davon ist gestorben. Die WHO warnte vor einem weiteren dramatischen Anstieg, sollte die Hilfe nicht schneller anlaufen. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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