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Ausland

Weltweites Engagement im Kampf gegen Ebola gefordert

Mittwoch, 17. September 2014

Barack Obama /dpa

Atlanta/Berlin/Genf – US-Präsident Barack Obama hat die Weltgemeinschaft mit eindring­lichen Worten auf den Kampf gegen Ebola eingeschworen. Sollte die außer Kontrolle geratene Epidemie nicht gestoppt werden, könnten sich Zehn- oder gar Hunderttausende Menschen infizieren, warnte Obama bei einem Besuch der US-Seuchen­behörde (CDC) in Atlanta. Er kündigte an, Westafrika im Kampf gegen die Seuche gezielt zu unterstützen.

Merkel stellt weitere Unterstützung in Aussicht
Währenddessen reagierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf den persönlichen Hilferuf der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und stellte weitere Mittel in Aussicht. Zudem werde sie sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, dass weitere Hilfen bereitgestellt werden. Bislang habe Deutschland bereits zwölf Millionen Euro für die von der Seuche betroffenen westafrikanischen Länder zur Verfügung gestellt.

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Kritik von Ärzte ohne Grenzen
Dies allein sei jedoch nicht ausreichend, kritisierte die internationale Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Sie forderte ein stärkeres Eingreifen der Staatengemeinschaft und kritisierte die bisherigen Reaktionen der deutschen Regierung als unzureichend. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel plädierten der Geschäftsführer und der Vorstandvorsitzende der deutschen Ärzte ohne Grenzen-Sektion dafür, umgehend den deutsche Katastrophenschutzapparat sowie andere geeignete Ressourcen zu mobi­lisieren. „Eine schnellstmögliche, konkrete Umsetzung der von der Weltgesundheits­organisation erarbeiteten Roadmap ist dringend geboten“, mahnte die Hilfsorganisation.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte radikale Maßnahmen zur Eingrenzung der Epidemie. Das Zeitfenster, in dem sich die Epidemie noch bekämpfen lasse, drohe sich zu schließen, sagte er im Deutschlandfunk. Verändere sich das Virus, sei es nicht ausgeschlossen, dass sich die Epidemie in Zukunft auch über die Luft übertrage, warnte der Politiker.

3.000 militärische US-Angestellte sollen 17 Kliniken bauen
Vor diesem Hintergrund begrüßte Lauterbach ebenso wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Entscheidung des US-Präsidenten, 3.000 militärische Angestellte, darunter Ärzte, Sanitärer und Logistikexperten, nach Westafrika zu schicken. Diese sollen in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden 17 Kliniken für Patienten in Liberia, Guinea und Sierra Leone bauen. UN Generalsekretär Ban Ki Moon rief andere Länder auf, dem Beispiel der USA zu folgen. Australien sagte im Kampf gegen die Seuche bereits  zusätzliche Mittel in Höhe von 4,9 Millionen Euro zu. „Wenn es schlimmer wird, könnten wir noch mehr Geld bereitstellen”, sagte Premierminister Tony Abbott.

Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) haben sich bislang etwa 5000 Menschen mit dem Erreger angesteckt, davon ist etwa die Hälfte gestorben. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. © hil/dpa/afp/kna/aerzteblatt.de

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