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Medizin

USA: Naloxegol zur Behandlung der Opiat-Obstipation zugelassen

Mittwoch, 17. September 2014

Rockville – Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat ein Medikament zugelassen, das die obstipierende Wirkung von Opiaten im Darm aufhebt. Der Hersteller wird das Präparat Movantik mit dem Wirkstoff Naloxegol jedoch frühestens im nächsten Jahr in den USA einführen, da die Drogenbehörde (DEA) den Wirkstoff zunächst von der Liste der verbotenen Substanzen nehmen muss. Eine Zulassung in Europa ist beantragt.

Naloxegol ist eine pegylierte Variante des Opioid-Antagonisten Naloxon. Die Kopplung an Polyethylenglycol („peg“) verlängert nicht nur die Halbwertzeit. Sie verhindert auch, dass der Wirkstoff die Bluthirnschranke überwindet. Naloxegol ist anders als Naloxon nur peripher wirksam. Der Hersteller bezeichnet Naloxegol als ersten Vertreter eines peripher wirksamen µ-Antagonisten (PAMORA „peripherally-acting mu-opioid receptor anta­gonist“).

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Sicherheit und Wirksamkeit von Naloxegol waren in zwei klinischen Studien an 1.352 Patienten geprüft worden, die über mindestens vier Wochen Opioid-Analgetika zur Behandlung starker nicht durch Krebs ausgelöster Schmerzen erhalten hatten und bei denen es zu einer Opioid-bedingten Obstipation gekommen war. Die Teilnehmer waren über 12 Wochen mit Naloxegol in der Dosis von 12,5 mg oder 25 mg einmal täglich oder mit Placebo behandelt worden.

In der ersten Studie war es unter der höheren Tagesdosis von Naloxegol bei 44 Prozent und unter der niedrigen Dosis bei 41 Prozent der Patienten zu einer Steigerung in der Zahl der wöchentlichen Stuhlgänge gegenüber einer Zunahme um 29 Prozent im Placebo-Arm. Die zweite Studie ist zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Zu den häufigen Nebenwirkungen von Naloxegol gehören laut FDA Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Meteorismus und Flatulenz. Die FDA hat die Zulassung an die Durchführung einer Post-Marketing-Studie geknüpft, die mögliche langfristige kardio­vaskuläre Komplikationen des Wirkstoffs untersuchen soll.

Bereits im März 2012 hatte der Lizenznehmer AstraZeneca bei der US Drug Enforcement Administration (DEA) beantragt, Naloxegol von der Liste der reglementierten Opiate zu streichen. Die Mühlen der Drogenbehörde mahlen jedoch langsam. Obwohl aufgrund der ausschließlich peripheren Wirkung kein Missbrauch von Naloxegol zu erwarten ist, steht eine Entscheidung noch aus. AstraZeneca rechnet deshalb nicht vor 2015 mit einer Einführung. Bei der europäischen Arzneimittel-Agentur EMA ist ein Antrag zur Zulassung anhängig. © rme/aerzteblatt.de

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