Ausland

GlaxoSmithKline in China wegen Korruption verurteilt

Freitag, 19. September 2014

Peking – Ein Gericht in China hat den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) wegen Korruption zu einer hohen Geldstrafe und den ehemaligen China-Chef des Unternehmens zu einer Haftstrafe verurteilt. GSK müsse drei Milliarden Yuan (380 Millionen Euro) Strafe zahlen, das höchste jemals gegen ein Unternehmen in China verhängte Bußgeld, berichtete am Freitag die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Der ehemalige China-Chef des Konzerns, Mark Reilly, sowie „andere Verantwortliche“ seien zu zwei bis vier Jahren Haft verurteilt worden.

Chinesische Behörden hatten vergangenen Sommer mit Ermittlungen gegen GSK begonnen. Sie werfen dem Pharmariesen vor, ein breit angelegtes System der Korruption in China aufgebaut zu haben, um seine Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben. Den Ermittlern zufolge gab GSK seit 2007 umgerechnet fast 365 Millionen Euro für Bestechung aus. Einige Ärzte sollen sieben bis zehn Prozent des Verkaufspreises erhalten haben, wenn sie GSK-Medikamente verschrieben.

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Laut früheren Berichten von Xinhua gibt es insgesamt 46 Verdächtige in dem Fall. Dutzende GSK-Mitarbeiter in China seien festgenommen worden. Der einstige China-Chef Reilly solle seinen Mitarbeitern die Zahlung von Schmiergeldern befohlen haben, hatte Xinhua berichtet. Die Polizei der Stadt Changsha sehe den Manager als verantwortlich dafür an, dass Geld unter anderem an Krankenhäuser, Ärzte und medizinische Organisationen floss. Dank der Schmiergeldzahlungen habe Reilly der Firma „illegale Umsätze“ von mehreren Milliarden Yuan beschert. Der Brite Reilly hatte nach Bekanntwerden der ersten Vorwürfe das Land verlassen, kehrte aber kurze Zeit später nach China zurück.

GSK veröffentlichte auf seiner chinesischen Internetseite eine lange Mitteilung, in der das Unternehmen sich bei Patienten, Ärzten, der chinesischen Bevölkerung und der Regierung entschuldigt. Die „illegalen Aktivitäten“ widersprächen „den Werten und den Standards, die von Mitarbeitern von GSK erwartet werden“. Die Firma müsse „hart arbeiten, um das Vertrauen der chinesischen Bevölkerung zurückzugewinnen“.  Der Chef des Konzerns, Andrew Witty, erklärte, die ganze Angelegenheit sei „äußerst betrüblich“ und versicherte, GSK habe seine Lektion gelernt und werde seine Investitionen auf dem chinesischen Markt fortsetzen.

Peking hatte zuletzt verstärkt Korruptionsermittlungen gegen ausländische Unternehmen eingeleitet. Präsident Xi Jinping hat den Kampf gegen korrupte Machenschaften zu einem wichtigen Ziel erklärt. © afp/aerzteblatt.de

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