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Ausland

Deutschland und Frankreich vereinbaren Luftbrücke für Ebola-Länder

Freitag, 19. September 2014

Berlin – Deutschland und Frankreich haben sich auf die Errichtung einer gemeinsamen Luftbrücke zur Versorgung der von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder in Westafrika verständigt. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihr französischer Kollege Jean-Yves Le Drian vereinbarten am Freitag bei einem Treffen in Paris unter anderem, eine Basis in Senegals Hauptstadt Dakar aufzubauen, wie ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin sagte.

Über diesen Stützpunkt sollen dann die von Ebola betroffenen Länder versorgt werden. Die Bundeswehr will demnach bis zu 100 Soldaten und vier Transall-Flugzeuge dorthin entsenden.

Pro Woche können 100 Tonnen Güter transportiert werden
„Ziel ist es, eine Logistik-Kette von Deutschland aus aufzubauen", sagte der Sprecher. Über Dakar sollen demnach regelmäßig zwei Transall-Maschinen in die besonders betroffenen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone fliegen.

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Pro Woche könnten so rund 100 Tonnen an Gütern transportiert werden. Über den Umschlagplatz könnten auch Hilfsgüter aus europäischen Ländern, die keine eigenen Transportkapazitäten haben, in die Ebola-Länder gelangen.

Sollte ein Luftumschlagplatz in Dakar nicht möglich sein, werde alternativ der Standort Bamako in Mali geprüft, sagte der Sprecher weiter. Der Aufbau der Drehscheibe vor Ort könne bis zu zwei Wochen dauern. Erste Transportflüge direkt in die betroffenen Länder könnten aber bereits binnen 48 Stunden starten.

Die Bundeswehr will demnach unter anderem ein Behandlungszentrum mit 50 Betten nach Liberia liefern. Derzeit werde geprüft, ob die Bundeswehr dieses auch selbst vor Ort aufbaue. Von französischer Seite werde ein Behandlungszentrum mit ebenso vielen Betten nach Guinea geliefert, sagte der Ministeriumssprecher.

Der Sprecher hob hervor, dass die Bundeswehr über nur wenige Spezialisten auf dem Gebiet der Virologie verfüge und derartige Einsätze nicht zu ihren "Kernfähigkeiten" zähle.

Ausgangssperre in Sierra Leone hat begonnen
Die wegen der Ebola-Epidemie verhängte Ausgangssperre hat die Hauptstadt von Sierra Leone am Freitag in eine Geisterstadt verwandelt. Bis zum Sonntag sollen 30.000 freiwillige Helfer im ganzen Land von Tür zu Tür gehen, um nach möglichen Ebola-Kranken zu suchen und die Bevölkerung über das gefährliche Virus aufzuklären. Der UN-Sicherheitsrat bezeichnete Ebola als "Gefahr für den Weltfrieden".

Die dreitägige Ausgangssperre betrifft nahezu alle sechs Millionen Einwohner von Sierra Leone. Ausnahmen gelten nur für wenige Menschen, etwa für medizinisches Personal und Sicherheitskräfte. Die Straßen in der sonst lebhaften 1,2-Millionen-Einwohner-Stadt Freetown waren menschenleer, Büros und Geschäfte waren geschlossen. Die Regierung des westafrikanischen Landes will mit der Maßnahme gezielt gegen das gefährliche Virus vorgehen. Bis Sonntag sollen 7.000 Freiwilligen-Teams zu den 1,5 Millionen Haushalten des Landes gehen, um Seife auszuhändigen und mit den Bewohnern zu sprechen. In die Häuser hinein gehen die Aufklärer nicht.

Viele fragen verzweifelt nach Medikamenten
Die ersten Reaktionen der Bevölkerung auf die Aufklärungsteams waren weitgehend positiv. „Wir waren zuerst verwirrt, weil es viele verschiedene Angaben über die Kampagne gab", sagte ein Familienvater in Freetown, Sammy Jones. „Aber jetzt sehen wir, dass es eine gute Sache ist." Der Leiter eines Teams, Francis Coker, sagte, die meisten Menschen äußerten sich zur Ausgrenzung der Infizierten und fragten nach experimentellen Medikamenten. „Das zeigt, dass sie verzweifelt Medikamente wollen."

Nach Angaben von Steven Gaojia, der die Ausgangssperre koordiniert, wurden für mögliche neue Krankheitsfälle 258 Betten in provisorischen Behandlungszentren aufgestellt. Sechs Krankenwagen, 89 Fahrzeuge von Hilfsorganisationen und 382 Motorräder stünden für den Transport von Kranken oder Toten bereit.

Mit bislang rund 550 Ebola-Toten gehört Sierra Leone neben Guinea und Liberia zu den besonders von der Epidemie betroffenen Staaten. Dem Virus sind in Westafrika seit Anfang des Jahres 2630 Menschen zum Opfer gefallen, die meisten davon in Liberia.

Guinea: MItglieder eines Aufklärungsteams getötet
In den betroffenen Ländern ist die Lage äußerst angespannt. In Guinea wurden insgesamt acht Mitglieder eines Aufklärungsteams und Journalisten ermordet aufgefunden, wie ein Regierungssprecher am Freitag in Conakry mitteilte. Sie waren am Dienstag in das Dorf gekommen und seither vermisst worden, am Donnerstag wurden ihre Leichen entdeckt. In Guinea kursieren viele Verschwörungstheorien rund um das Ebola-Virus. © afp/aerzteblatt.de

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