NewsÄrzteschaftKassenarzthonorare: Gassen verteidigt Einigung mit den Kassen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Kassenarzthonorare: Gassen verteidigt Einigung mit den Kassen

Montag, 22. September 2014

Andreas Gassen /Lopata

Berlin – Andreas Gassen hat sich gegen die teilweise heftige Kritik zur Wehr gesetzt, die die Einigung mit dem GKV-Spitzenverband über das vertragsärztliche Honorar im nächsten Jahr ausgelöst hatte. Er verstehe die Enttäuschung und den Frust vieller Kolleginnen und Kollegen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am 19. September bei der Ver­tre­ter­ver­samm­lung in Berlin: „Dieser Frust rührt aber aus meiner Sicht zu einem guten Teil von falschen Annahmen her."

Die jährlichen Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband dienten in erster Linie „nur“ der Anpassung des Orientierungswertes zur Preiskalkulation sowie den Empfehlungen zur Vereinbarung zur Veränderung der Morbiditätsstruktur. Dabei gebe es drei Treiber: die Entwicklung der Morbidität, der Demografie sowie allgemeine Preissteigerungen. Bei der Morbidität und der Demografie ändere sich aber kaum noch etwas. Übrig blieben also nur eventuelle Preissteigerungen, etwa durch Tarifabschlüsse der Medizinischen Fachan­gestellten oder Praxisnebenkosten. Gassen: „Das ist so ziemlich der einzige Faktor, über den man überhaupt noch eine Erhöhung des Orientierungswertes erzielen kann.“

Anzeige

KBV und GKV-Spitzenverband hatten sich am 27. August überraschend schnell darauf verständigt, dass die Vergütung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten im kommenden Jahr um rund 800 Millionen Euro steigt. Der Orientierungswert erhöht sich um 1,4 Prozent 10,27 Cent, was 426 Millionen Euro entspricht. Morbiditäts- und Demo­grafie­veränderungen führen zu einem weiteren Plus von rund 100 Millionen Euro bundes­weit. Die haus- und fachärztliche Grundversorgung wird zusätzlich mit 264 Millionen Euro gefördert. Am nächsten Mittwoch wollen KBV und Krankenkassen Details zu den Eckpunkten der Honorarverhandlung beschließen.

Viele Ärztinnen und Ärzte hätten die Honorarforderung der KBV missverstanden, betonte Gassen. Er habe niemals gesagt, dass er fünf Milliarden Euro mehr für 2015 fordere: „Da hätte man ja auch fordern können, dass Weihnachten dieses Jahr im August stattfinde.“ Die genannte Summe beziffere vielmehr insgesamt den Nachholbedarf, der sich durch das zu niedrige kalkulatorische Arztgehalt sowie durch die zehn Prozent nicht bezahlte Leistungen ergebe.

„Dieses Delta lässt sich nicht mit einem einzigen Handstreich schließen und schon gar nicht im Rahmen der Honorarverhandlungen“, stellte der KBV-Vorstandschef klar. Wichtig sei, dass der GKV-Spitzenverband die Notwendigkeit der Korrektur vom Grundsatz her anerkannt habe und sogar bereit sei, das Gebot der Kostenneutralität vor diesem Hintergrund zu überprüfen: „Deshalb ist die entsprechende Protokollnotiz so bedeutend und keinesfalls eine Marginalie.“ © JF/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #672734
isnydoc
am Montag, 22. September 2014, 11:40

Es weihnachtet am Herbert-Lewin in BERLIN

Es duftet so weihnachtlich in allen benachbarten Gassen ... das SYSTEM im Herbst, bald kommt Erntedank ... und alles blank?
LNS

Nachrichten zum Thema

15. August 2019
Berlin – Seit gestern verhandeln Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen wieder über die Honorare der Niedergelassenen für das kommende Jahr. Auf der Agenda des ersten Tages standen
Honorarverhandlungen kommen nur schwer in Gang
5. Juli 2019
Berlin – Die Beobachtung und Betreuung von Patienten mit multipler Sklerose bei der Gabe des Medikaments Fingolimod wird seit dem 1. Juli vergütet. Der Bewertungsausschuss hat dafür eine neue Leistung
Bewertungsausschuss regelt Vergütung für Behandlung mit Fingolimod
5. Juli 2019
Berlin – Bei der Plausibilitätsprüfung von Honorarabrechnungen werden für bestimmte psychotherapeutische Leistungen nun niedrigere Zeiten im Tagesprofil angesetzt. Wie die Kassenärztliche
Zeiten für Plausibilitätsprüfung bei Psychotherapeuten angepasst
4. Juli 2019
Luxemburg – Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die deutsche Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gekippt. Die entsprechende Regelung verstoße gegen EU-Recht, befanden die Luxemburger
Bundesärztekammer erwartet nach Urteil zur Honorarordnung für Architekten keine Auswirkungen auf GOÄ
4. Juli 2019
Berlin – Um die Verwendung von Strafzahlungen von Ärzten, die sich nicht fristgerecht haben an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) anschließen lassen, ist eine weitere Debatte zwischen Vertretern von
Debatte über Strafzahlungen wegen fehlenden Anschlusses an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur
28. Juni 2019
Berlin – In der vergangenen Woche hatten sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband auf Eckpunkte zur Umsetzung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) verständigt.
Details für Finanzierung des Terminservicegesetzes stehen fest
21. Juni 2019
Berlin – Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben sich im Bewertungsausschuss auf Eckpunkte zur Umsetzung des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) geeinigt. Damit
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER