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Ärzteschaft

Baden-Württemberg will Palliativversorgung ausbauen

Montag, 22. September 2014

Stuttgart – Die Hospiz- und Palliativversorgung im Land ausbauen möchte Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD). „Zurzeit wird in der Öffentlichkeit viel über Sterbehilfe diskutiert. Gerade deshalb ist es wichtig, auf die Angebote der Hospiz- und Palliativversorgung aufmerksam zu machen. Die Hospiz- und Palliativver­sorgung kann Leiden mildern und die verbleibende Zeit mit möglichst viel Lebensqualität füllen“, sagte die Ministerin. Sie betonte, Schwerkranke und sterbende Patienten und ihre Angehörigen würden mit ihrer Lebenssituation nicht alleingelassen.

Beim Ausbau der Versorgung setzt Baden-Württemberg auf den Ausbau der speziali­sierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Dabei ermöglichen speziell geschulte Teams, die „Palliative Care Teams“, schwerstkranken und sterbenden Personen möglichst bis zu ihrem Tod zuhause zu bleiben. „Unheilbar beziehungsweise sterbens­kranke Menschen wollen so weit wie möglich schmerz- und beschwerdefrei im Kreise vertrauter und ihnen nahestehender Menschen sterben“, so die Ministerin. Aktuell gibt es in Baden-Württemberg 30 SAPV-Versorgungsregionen, über 80 Prozent der Bevölkerung können auf das Angebot zurückgreifen.

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Auch die Palliativversorgungsangebote für Kinder und Jugendliche sollen nach Aussage der Ministerin ausgebaut werden. Voraussetzung dafür sind entsprechende Verein­barungen zwischen den Krankenkassen und Leistungserbringern. In Baden-Württem­berg gibt es nach Angaben des Sozialministeriums 400 bis 550 palliativ betreute Kinder, die einen spezialisierten palliativen Versorgungsbedarf haben. „Kinder mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und ihre Familien brauchen eine besonders intensive Betreuung“, betonte Altpeter.

Die Ministerin kündigte außerdem ein Online-Portal an, das über die verschiedenen Versorgungsangebote im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung informieren soll.

In Baden-Württemberg versorgen vor allem niedergelassene Ärzte schwerstkranker und sterbender Patienten ambulant. Außerdem besteht ein flächendeckendes Netz an Pflegediensten, zu deren Versorgungsangebot auch die häusliche palliativpflegerische Versorgung gehört.

Darüber hinaus gibt es zurzeit 259 ambulante Hospizdienste und 31 ambulante Kinder- und Jugendhospize, die flächendeckend über das ganze Land verteilt sind sowie vier Hospizwohnungen. In den Krankenhäusern im Land stehen nach Angaben des Hospiz- und Palliativverbandes Baden-Württemberg im Augenblick 212 speziell eingerichtete Palliativbetten zur Verfügung.

© hil/aerzteblatt.de

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