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Internationale Kommission bewertet Exzellenzinitiative

Montag, 22. September 2014

dpa

Berlin – Nach fast zehn Jahren Laufzeit werden die Exzellenzinitiative und ihre Auswir­kungen auf das deutsche Wissenschaftssystem durch eine unabhängige, international zusammengesetzte Expertenkommission im Auftrag von Bund und Ländern evaluiert. Die Ergebnisse sollen im politischen Entscheidungsprozess über den Fortgang der wissen­schaftlichen Förderung in Deutschland berücksichtigt werden. Die Exzellenzinitiative läuft Ende 2017 aus.

„Die Exzellenzinitiative hat im deutschen Wissenschaftssystem eine große, international beachtete Dynamik erzeugt, die wir auch in Zukunft erhalten und ausbauen wollen. Wir wollen dabei auch bewährte Förderlinien weiterentwickeln und in neue Formate bringen, die Evaluationsergebnisse werden eine wichtige Grundlage für diese Entscheidungen sein", erklärte die Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK), Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU), heute in Berlin.

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Expertenkommission mit persönlicher Distanz zur Exzellenzinitiative
Die von der GWK berufene Expertenkommission wird morgen mit ihrer konstituierenden Sitzung die Arbeit aufnehmen. „Wir haben viel Freiraum für unsere Fragestellungen und die Wahl unserer Überprüfungsmethoden erhalten, sagte Dieter Imboden, Vorsitzender der Expertenkommission. „Wichtig war allen Beteiligten, dass wir als Kommission eine gewisse persönliche Distanz zur Exzellenzinitiative haben und durch die Kommissions­mitglieder unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven eingebracht werden", sagte der Schweizer. Kein Mitglied sei selbst in Entscheidungsgremien der Exzellenzinitiative beteiligt gewesen.

Die zehn Kommissionsmitglieder  verfügen neben Erfahrungen mit systemischen Begutachtungen und Evaluationen über  wissenschaftliche Reputation in verschiedenen Fachgebieten sowie Kenntnisse des deutschen Wissenschaftssystems. Zwei Mitglieder kommen aus der Medizin.

Zwei Kommissionsmitglieder kommen aus der Medizin
Imboden ist Mathematiker und Physiker und war Vorsitzender des Forschungsrates des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung sowie Präsident der Vereinigung der Präsidien der europäischen Forschungsförderor­ga­nisationen. Als stellvertretende Vorsitzende der Kommission wurde Elke Lütjen-Drecoll berufen. Die Medizinerin war Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und gehörte zudem dem Vorstand der Union der deutschen Akademien an.

„Die unabhängige Expertenkommission spiegelt die Vielfalt der Wissenschaft gut wider und wird dadurch in der Lage sein, eine umfassende Evaluation aus ganz unterschied­lichen Perspektiven vorzulegen", betonte die stellvertretende GWK-Vorsitzende und rheinland-pfälzische Bildungs- und Wissenschaftsministerin Doris Ahnen. Es gelte zu bewerten, ob die Exzellenzinitiative den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig gestärkt, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert und die universitäre Spitzenforschung sichtbarer gemacht habe. Ein weiterer Wunsch der Politik an die Kommission sei es zu evaluieren, wie sich die Exzellenzinitiative auf den wissen­schaftlichen Nachwuchs ausgewirkt habe. 

Ergebnisse sollen im Januar 2016 vorgestellt werden
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat sollen ergänzend bis Juni 2015 einen datengestützten Bericht über den Verlauf der Exzellenzinitiative erar­beiten, den die Expertenkommission in ihre Beratungen einbezieht. Die Kommission soll seine Evaluationsergebnisse Bund und Ländern im Januar 2016 präsentieren.

Die Exzellenzinitiative wurde  in zwei Förderphasen (2005 bis 2011 und 2011 bis 2017) in drei projektbezogenen Förderlinien (Graduiertenschulen zur Förderung des wissen­schaftlichen Nachwuchses, Exzellenzcluster zur Förderung von Spitzenforschung und Zukunftskonzepte zum Ausbau der universitären Spitzenforschung) durchgeführt.

Bei der Verlängerung des Programms um die 2. Förderphase im Jahr 2009 hatten Bund und Länder die umfassende Evaluation vereinbart. Insgesamt sind mehr als 4.6 Milliarden Euro für die Profilbildung der Hochschulen in Deutschland durch Bund und Länder bereitgestellt worden. © ER/aerzteblatt.de

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