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Haftbefehl gegen Bamberger Klinikarzt erweitert

Montag, 22. September 2014

Bamberg – Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Patientinnen gegen einen leitenden Bamberger Klinikarzt hat sich erhärtet. Wie die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium am Montag mitteilten, soll der Arzt zwölf Frauen im Alter von 17 bis 28 Jahren Beruhigungsmittel in hoher Dosis gespritzt und sie teilweise mehrfach missbraucht haben. Der Tatverdacht habe sich in 15 Einzelfällen bestätigt. Der Haftbefehl sei am Montag entsprechend erweitert worden.

Zehn der Frauen seien wegen Beckenvenenleiden in die Klinik gekommen und von dem Arzt außerhalb des üblichen Klinikbetriebs, vorwiegend am späten Nachmittag und frühen Abend, behandelt worden. Die beiden anderen Opfer seien eine Medizinstudentin und eine Auszubildende, die sich bereiterklärt hatten, an einer angeblichen Studie des Arztes zu Beckenvenenleiden teilzunehmen.

In allen Fällen habe der Klinikarzt den Frauen ein Beruhigungsmittel injiziert, das sie willen- und erinnerungslos gemacht habe. Dann habe der Beschuldigte seine Opfer sexuell missbraucht, so die Ermittler. Seine Taten habe der Arzt in Bildern festgehalten. Alle auf den bisher ausgewerteten Datenträgern abgebildeten Frauen seien identifiziert und vernommen worden.

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Oberstaatsanwalt Bardo Backert lobte das couragierte Verhalten einer Medizinstudentin, die Anzeige erstattet und den Fall so aufgedeckt hatte. Sie habe bemerkt, dass ihr anstelle eines angeblichen Kontrastmittels eine Substanz injiziert worden war, die eine massive Erinnerungslücke zur Folge hatte.

Der Arzt ist weiter in Untersuchungshaft. Der Ermittlungsrichter eröffnete ihm den erweiterten Haftbefehl am Montag. Darin werden ihm laut Staatsanwaltschaft 15 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Widerstandsunfähigen zur Last gelegt, davon in zwölf Fällen mit gefährlicher Körperverletzung. Der Strafrahmen reicht von zwei bis 15 Jahren Haft.

Ein psychiatrischer Gutachter soll jetzt klären, ob der Tatverdächtige bei den Taten zwischen 2008 und Juli 2014 strafrechtlich voll verantwortlich handelte. Anklage will die Staatsanwaltschaft im Spätherbst erheben. © dpa/aerzteblatt.de

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