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Behörden in Sierra Leone: Ebola-Ausgangssperre war erfolgreich

Montag, 22. September 2014

Leere Straßen während der Ausgangssperre in Sierra Leone /dpa

Freetown – Die dreitägige Ausgangssperre in Sierra Leone haben die Behörden als Erfolg im Kampf gegen Ebola gewertet. Offenbar hielten sich die meisten der rund sechs Millionen Einwohner des westafrikanischen Landes an die Anordnung. Die Beteiligung der Bürger sei „überwältigend“ gewesen, sagte der Chef der örtlichen Notfallagentur, Stephen Gaojia, laut dem britischen Sender BBC. „Wir haben zahlreiche Menschen ausfindig gemacht, die infiziert sind“, erklärte Gaojia. Eine genaue Zahl gebe es aber zunächst nicht.

Seit Freitag waren fast 30 000 Gesundheitsarbeiter von Haus zu Haus gegangen, um die Bevölkerung über das Virus aufzuklären und mögliche Ebola-Kranke ausfindig zu machen. Zudem verteilten die Helfer rund 1,5 Millionen Stück Seife. Den Teams sei es gelungen, über 60 Ebola-Tote zu begraben, sagte ein Sprecher der Gesundheits­behörde. Um die Krankheit einzudämmen, gilt es als äußerst wichtig, die Leichen schnell zu beerdigen.

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Kritik an später Aufklärungskampagne
Jedoch gab es auch Kritik an der Ausgangssperre. Die Aufklärungskampagne komme drei Monate zu spät, sagte der deutsche Salesianerbruder Lothar Wagner. Er leitet ein katholisches Kinder- und Jugendschutzzentrum in der Hauptstadt Freetown. Zudem sei die Maßnahme nicht die richtige Antwort auf die derzeitige Situation.

„Wir brauchen so schnell wie möglich mindestens 5.000 Betten für Ebola-Infizierte, mehr Labore, die sofort Ebola-Tests durchführen können und natürlich dazu entsprechendes Fachpersonal“, erklärte Wagner. „Es muss nun Schluss sein mit den halbherzigen Willenserklärungen westlicher Regierungen und eine massive und noch nie dagewesene Hilfsaktion muss sofort starten.“

Von der Leyen wirbt um Freiwilige
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) rief unterdessen Freiwillige in der Bundeswehr auf, sich in den Kampf gegen die Ebola-Seuche nach Westafrika zu engagieren. In der Katastrophenregion solle medizinisches und technisches Personal der Bundeswehr helfen, eine Krankenstation aufzubauen und zu betreiben, kündigte die Ministerin am Montag in Berlin an. Der Einsatz erfolge auf freiwilliger Basis, einen Einsatzbefehl werde es nicht geben.

Ihr Aufruf richte sich vor allem an medizinisches Personal, aber auch an Techniker und Logistiker, schrieb von der Leyen an die Soldaten. Auf die Freiwilligen warteten eine Schulung im Umgang mit Ebola, eine Unterrichtung über die Lage vor Ort und ein finanzieller Ausgleich.

„Sie müssen wissen, was auf sie zukommt“, sagte die Ministerin im Sender n-tv. Zudem müsse die Bundeswehr sicherstellen, dass die Freiwilligen im Fall einer Infektion sicher nach Deutschland zurückgebracht werden könnten. Wegen der intensiven Vorbereitung könne der Einsatz erst in zwei bis vier Wochen beginnen.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers könnte die Ministerin einen Einsatz im Ebola-Gebiet „rein theoretisch“ auch anordnen. Darauf werde aber verzichtet, weil dies „der Situation nicht angemessen“ wäre.

Im Katastrophengebiet, voraussichtlich in Liberias Hauptstadt Monrovia, soll „innerhalb kürzester Zeit" eine Krankenstation mit 300 Betten aufgebaut werden, die auch eine Bettenstation der Bundeswehr mit 50 Betten umfassen soll, wie die Ministerin weiter sagte. Die Bundeswehr-Freiwilligen sollen vor allem in dieser Station eingesetzt werden.

Bis zum 18. September hatten die Behörden in den betroffenen westafrikanischen Staaten laut der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO 5.762 Infizierte gemeldet. Davon sind demnach 2.793 an der Seuche gestorben. Allein in Sierra Leone waren es 584 Tote. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen.afp/dpa © afp/dpa/aerzteblatt.de

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