NewsAuslandKünast: Nur kommerzielle Vereine für Suizidbeihilfe verbieten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Künast: Nur kommerzielle Vereine für Suizidbeihilfe verbieten

Dienstag, 23. September 2014

Köln – Der Gesetzgeber sollte nach Ansicht von Renate Künast (Bündnis 90/Die Grü­nen) nur kommerzielle Sterbehilfevereine verbieten. „Wir brauchen Regeln für diese Vereine, damit die sich nicht eine goldene Nase verdienen“, sagte Künast heute in der n-tv-Sendung „Das Duell“. Nichtkommerzielle Vereine, die Beihilfe zur Selbsttötung anbieten, sollten aber gestattet bleiben. Allerdings sollte sie der Gesetzgeber verpflichten, jeden Fall zu dokumentieren.

Künast wandte sich gegen eine Erlaubnis der aktiven Hilfe zur Selbsttötung wie dies etwa in Belgien möglich ist. Beihilfe zum Suizid ist in Deutschland derzeit nicht verboten. Politiker aller Parteien debattieren aber über eine Regelung. Nach den Vorstellungen der Mehrheit der Unionsbundestagsfraktion sollte jede Form organisierter Beihilfe zur Selbsttötung verboten werden.

Anzeige

Der Kölner Arzt und Theologe Manfred Lütz sprach sich in der n-tv-Sendung dafür aus, die Beihilfe zum Suizid auch in Ausnahmefällen nicht ausdrücklich zu erlauben. Ansons­ten entstehe „ein Druck auf die Schwächsten der Gesellschaft: auf die Schwerkranken, auf die chronisch Kranken. Dann wird es eiskalt in unserer Gesell­schaft.“ Für ihn als Mediziner werfe die Suizidbeihilfe zudem in besonderer Weise moralische Probleme auf: „Ich möchte als Arzt nicht in einer Rolle sein, wo ich auch Gift zur Tötung hinstelle.“ © kna/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. September 2019
Den Haag – Ein niederländisches Gericht hat eine Ärztin im Streit um Sterbehilfe für eine demenzkranke Frau freigesprochen. Alle Vorschriften im Zusammenhang mit der Sterbehilfegesetzgebung in den
Gericht spricht Ärztin in den Niederlanden in Sterbehilfeprozess frei
5. September 2019
Den Haag – In den Niederlanden werden immer mehr Anfragen nach aktiver Sterbehilfe an eine darauf spezialisierte „Lebensendeklinik“ gerichtet. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der dort
Mehr Anfragen bei Spezialzentrum für aktive Sterbehilfe in den Niederlanden
2. September 2019
Den Haag – Die linksliberale Partei D66 will Anfang kommenden Jahres in den Niederlanden ein Gesetz zur aktiven Sterbehilfe nach einem „vollendeten“ Leben präsentieren. Älteren Menschen mit dem Wunsch
Niederländische Partei plant Gesetz zur Sterbehilfe am Lebensende
26. August 2019
Den Haag – In den Niederlanden muss sich von heute an erstmals ein Arzt in einem Sterbehilfefall vor Gericht verantworten. Obwohl eine 74-jährige Demenzpatientin unterschiedliche Angaben zu ihrem
Erstes Gerichtsverfahren gegen Arzt wegen Sterbehilfe in Niederlanden
13. August 2019
Portland/Oregon – In „kombiniert" 28 Jahren haben in den US-Staaten Oregon und Washington 3.368 Patienten von ihren Ärzten Medikamente zum Zweck der Selbsttötung erhalten, aber nur drei von vier
Ärztliche Sterbehilfe in den USA: Krebserkrankungen der häufigste Auslöser
11. Juli 2019
Lille – Nach jahrelangem Rechtsstreit ist der bekannteste französische Wachkomapatient Vincent Lambert tot. Der 42-jährige verstarb heute Morgen in der Universitätsklinik in Reims, wie seine Familie
Französischer Wachkomapatient Vincent Lambert ist tot
9. Juli 2019
Reims/Paris – Im Fall des Wachkomapatienten Vincent Lambert hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen wegen Mordes eingeleitet. Französischen Medienberichten zufolge hatten die Anwälte der Eltern
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER