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Pharmakonzern Boehringer Ingelheim streicht bis zu 600 Stellen

Dienstag, 23. September 2014

Ingelheim – Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim schwenkt auf einen Sparkurs um, dem bis Ende 2016 in Deutschland bis zu 600 Stellen zum Opfer fallen sollen. Das kündigte das Unternehmen heute bei einer Mitarbeiterversammlung an. Betroffen seien die Standorte Ingelheim am Rhein und Biberach (Baden-Württemberg). Der Vorsitzende der Unternehmensleitung der Boehringer Ingelheim GmbH, Andreas Barner, erklärte in einer Mitteilung, dabei auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu wollen. Zuvor hatte es bereits Berichte über geplante Kürzungen gegeben.

Boehringer Ingelheim war nach eigenen Angaben zuletzt unter anderem durch Rabatte „in noch nicht dagewesener Größenordnung“ in den USA unter Druck geraten, dem mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt. Aber auch andere Länder setzten im Gesundheits­wesen zunehmend den Rotstift an. In Deutschland wurde dies zuletzt beim Diabetesmittel Trajenta spürbar: Da Boehringer Ingelheim seine Preisvorstellungen nicht durchsetzen konnte, kam das europaweit zugelassene Präparat nicht auf den Heimatmarkt.

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Im ersten Halbjahr 2014 war der Umsatz von Boehringer Ingelheim im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,9 Prozent auf rund 6,5 Milliarden Euro gesunken. Zum Gewinn macht das Familienunternehmen keine Angaben. Hoffnungen setzt Barner unter anderem auf geplante internationale Neueinführungen. Deren Zahl sei noch nie so groß gewesen wie derzeit und in den kommenden ein bis zwei Jahren, erklärte er.

Der Pharmahersteller beschäftigte nach eigenen Angaben 2013 weltweit mehr als 47.400 Menschen, in Deutschland waren es Ende Juni 2014 etwa 14.000. Insgesamt will der Konzern in den kommenden beiden Jahren 15 Prozent der Kosten in Deutschland einsparen, das entspreche einem Sparvolumen von 450 Millionen Euro. Nach den Worten eines Sprechers sind die Standorte Dortmund und Hannover vom Stellenabbau ausgenommen. Auch die Sparten Biopharmazie in Biberach und die Eigenproduktion in Ingelheim seien nicht betroffen. © dpa/aerzteblatt.de

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