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Medizin

Diabetesmedikament Metformin könnte Schilddrüsenfunktion stören

Dienstag, 23. September 2014

Montreal – Das orale Antidiabetikum Metformin greift möglicherweise in die Steuerung der Schilddrüsenfunktion ein. Einer Langzeitstudie im Canadian Medical Association Journal (2014; doi: 10.1503/cmaj.140688) zufolge hatten Typ 2-Diabetiker, die wegen einer Hypothyreose mit Levothyroxin behandelt wurden, häufiger supprimierte TSH-Werte. Die Assoziation wurde bei Patienten mit normaler Schilddrüsenfunktion nicht gesehen.

Ein niedriger Serumwert des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons (TSH) zeigt eine zumeist latente Hyperthyreose an. Der Befund ist häufig und viele Patienten werden mit Levothyroxin behandelt, um etwaige Folgen auf Herz und Knochenstoffwechsel zu vermeiden. Auch der Typ 2-Diabetes ist eine häufige Erkrankung.

Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass ältere Menschen zugleich wegen eines Typ 2-Diabetes und einer Hyperthyreose behandelt werden. Unter britischen Hausarzt­patienten, deren Daten im Clinical Practice Research Datalink (CPRD) gespeichert sind, erhielten von 74.300 Patienten, die mit Metformin behandelt wurden und bei denen die Schilddrüsenfunktion untersucht worden war, 5.689 zugleich Levothyroxin.

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Bei diesen Patienten kam es nun, wie ein Team um Laurent Azoulay von der McGill University in Montreal herausgefunden hat, zu 55 Prozent häufiger zu einem niedrigen TSH-Wert in einer späteren TSH-Kontrolle (Hazard Ratio 1,55; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,09-2,20). Die Laborabweichung trat vor allem zu Beginn der Metformintherapie auf.

Für die Tage 90 bis 180 nach der ersten Verordnung von Metformin ermittelte Azoulay eine Hazard Ratio von 2,30 (1,00-5,29). Bei Patienten mit einer normalen Schild­drüsenfunktion, die kein Levothyroxin einnahmen, wurde keine Assoziation gefunden. Die klinische Bedeutung der Assoziation ist nicht klar, sollte aufgrund der häufigen gleichzeitigen Verordnung der beiden Medikamente jedoch untersucht werden, findet Azoulay. © rme/aerzteblatt.de

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