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Medizin

Internationale Referenzwerte für die Kindergesundheit erschienen

Dienstag, 23. September 2014

Bremen – Referenzwerte für Blutdruck, Cholesterin oder Blutzucker und weitere Faktoren haben Ärzte, Epidemiologen und andere Wissenschaftler im Rahmen des EU-Projekts „IDEFICS“ ermittelt. Ein Sonderband der Fachzeitschrift International Journal of Obesity, die zur Nature-Gruppe gehört, hat sie jetzt veröffentlicht.

IDEFICS ist eine Studie zur Erforschung von lebensstil- und ernährungsbedingten Erkrankungen bei Kindern. Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) hat sie gemeinsam mit der Universität Bremen koordiniert.

Außer den klassischen Referenzwerten für Kopfumfang, Körpergewicht und -größe sowie Body-Mass-Index (BMI) und einigen anderen fehlen Kinderärzten bislang besonders klinische Vergleichswerte, anhand derer sie beispielsweise das Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Erkrankungen beurteilen oder Frühstadien von Diabetes erkennen können.

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Referenzwerte für Kinder und Jugendliche zu bestimmen, ist komplexer als für Erwachsene, da die Wissenschaftler auch entwicklungsbedingte Veränderungen berücksichtigen müssen. Ein verlässliches Referenzsystem kann daher nur entstehen, wenn eine große gesunde Population vorhanden ist, bei der die gesundheitsrelevanten Werte mit standardisierten und qualitätsgesicherten Verfahren für jede Altersgruppe bestimmt werden. Die IDEFICS-Studie hat daher gesundheitsrelevante Werte bei mehr als 18.000 zwei- bis elfjährigen Kindern erfasst.

In der jetzt erschienenen Publikation haben die Wissenschaftler unter anderem Referenzwerte zur Hautfaltendicke, Nacken- und Hüftumfang, zu Insulin und Glukose, zu Blutlipiden, Cholesterin, Knochensteifigkeit und zum Blutdruck für die Altersstufen von zwei bis elf Jahren aufgeführt. Bei den Referenzwerten für die Knochensteifigkeit und den Blutdruck haben sie neben dem Alter und dem Geschlecht auch die Größe des Kindes berücksichtigt.

„Wir freuen uns, die ärztliche Diagnostik und Behandlung von Kindern mit den neu berechneten Referenzwerten zu verbessern“, sagte Wolfgang Ahrens, Koordinator der IDEFICS-Studie und Leiter der Abteilung „Epidemiologische Methoden und Ursachen­forschung“ am BIPS. Die jetzt publizierten Referenzwerte seien nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa und darüber hinaus relevant, da das Institut bei der Berechnung auf Daten der IDEFICS-Studie aus acht europäischen Ländern zurückgreifen konnte.

© hil/aerzteblatt.de

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