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Politik

Healthbook derzeit nur bedingt zur Selbstüberwachung des Blutdrucks geeignet

Mittwoch, 24. September 2014

Heidelberg – Seit kurzem ist „Apple Healthbook“ im neuen iOS 8.0 Betriebssystem des iPhones verfügbar, um beispielsweise Puls, Fitness, Ernährung und weitere persönliche Gesundheitsdaten in Echtzeit zu messen. Derzeit gibt es jedoch noch keine funktionierende Schnittstelle zu Blutdruckmessgeräten, so dass der Nutzer die Werte noch von Hand eingeben muss. Für die Blutdruckmessung im Rahmen einer medizi­nischen Behandlung eigne sich die App daher noch nicht, warnt die Deutsche Hochdruckliga ­- Gesellschaft für Hypertonie und Prävention.  

Vor allem aber prüfe die Applikation nicht automatisch, ob diese Eingabe plausibel ist. Die registrierten Werte könnten dadurch erheblich von den tatsächlichen abweichen. Dies hätte wiederum Konsequenzen für eine mögliche Behandlung. Die Deutsche Hochdruckliga rät deshalb noch davon ab, sich bei der Blutdruck-Selbstmessung komplett auf das „self-tracking“ mittels Healthbook zu verlassen.

So lassen sich beispielsweise Fantasie-Blutdruckwerte von 500 zu 500 mm/Hg in die App eingeben und abspeichern. „Nutzer sollten sich der Gefahr bewusst sein, dass die eingegebenen Werte noch nicht plausibilisiert werden und auch noch nicht auf die international anerkannten Grenzwerte hingewiesen wird“, erklärt Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga.

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Grundsätzlich begrüßt die Deutsche Hochdruckliga jedoch die sich künftig ergebenden Möglichkeiten zur Blutdruck-Selbstmessung per App: Dies sei als Ergänzung zur  Blut­druckmessung in der Arztpraxis wichtig. „Die von den Betroffenen zu Hause selbst gemessenen Blutdruckwerte sind meist aussagekräftiger als die Einzelmessungen beim Arzt“, erläutert Hausberg. Die Selbstüberwachung der Werte per App könne die Behand­lung entscheidend unterstützen, sofern die Daten direkt vom Blutdruckmessgerät übertragen werden. 

Die Firma Apple arbeitet daran, in die App Schnittstellen zu den gängigen Blutdruckmessgeräten einzubinden. © EB/aerzteblatt.de

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