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Politik

Forschungs­ministerium fördert Gesundheitsregionen

Mittwoch, 24. September 2014

Karlsruhe – Mit der Initiative "Gesund­heitsregionen der Zukunft" fördert das Bundes­minis­terium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2009 in fünf Regionen den Aufbau von Netzwerken, mit deren Hilfe die medizinische Versor­gung verbessert und Innova­tionspoten­ziale genutzt werden sollen. Zu den Teilnehmern aus Wissenschaft und Praxis gehören Ärztinnen und Ärzte, Krankenhäuser, Patientenverbände und Hersteller von Medizintechnik.

Die Gesundheitsregionen konzentrieren sich jeweils auf unterschiedliche Themen: In Stuttgart wird im Rahmen eines Projekts zur regenerativen Medizin Zell- und Gewebeersatz entwickelt (REGiNA), im strukturschwachen ländlichen Raum Nordbrandenburgs wird die telemedizinische Versorgung von Herz-Kreislauf-Kranken erforscht (FONTANE), an der Ostseeküste geht es um die Bekämpfung multiresistenter Erreger (HICARE), in Hamburg um die bessere Versorgung bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Essstörungen (psychenet), und im Rhein-Neckar-Raum wird eine patientengeführte elektronische Akte für an Darmkrebs und Diabetes erkrankte Menschen entwickelt (INFOPAT).

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Wissenschaftlich begleitet werden die fünf geförderten sowie sechs weitere nicht-geförderte Gesundheitsregionen des Wettbewerbs durch ein Team des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI sowie des Lehrstuhls für Gesundheitsmanagement der Universität Erlangen-Nürnberg.

Im Rahmen der Begleitforschung haben die Wissenschaftler unter anderem untersucht, wie Innovationen in einem komplexen, regulierten System in die Regelversorgung gebracht werden können. Hier wurde ein wesentlicher Zielkonflikt deutlich: Da die Krankenkassen die Erhebung von Zusatzbeiträgen möglichst vermeiden müssen, findet ihre Planung hauptsächlich im Ein-Jahres-Rahmen statt.

Gemeinsame Kostenplanung wichtig
Die Refinanzierung von Innovationen benötigt jedoch mehrere Jahre, da Wirkungen auf die Gesundheit erst längerfristig zum Tragen kommen. Durch die kurzfristig angelegte Planung ist es also für Krankenkassen schwierig, in Innovationen zu investieren, die sich erst langfristig entwickeln. Dies ist sowohl für Krankenkassen als auch für innovative Regionen unbefriedigend. Um dieses Problem zu lösen, müssten von Anfang an gemeinsame Konzepte erarbeitet werden, in denen die Kosten verteilt werden.

Ziel der Begleitforschung ist es, in den Gesundheitsregionen nachhaltige Strukturen und Projektergebnisse zu erzielen, die nach dem Ende der Projektförderung weiterbestehen − beispielsweise in Form von Stiftungen − und auch auf andere Regionen übertragen werden können. Die Begleitforschung wird über fünf Jahre mit rund 1 Mio. Euro vom BMBF unterstützt. Sie ist am 1. Februar 2012 gestartet. Informationen zur Initiative gibt es unter www.bmbf.de/de/12547.php, Näheres zur wissenschaftlichen Begleitforschung unter  www.begleitforschung-gesundheitsregionen.de. © EB/aerzteblatt.de

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