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Medizin

Lungenkrebs: Fehldiagnosen durch Pilzerkrankungen

Mittwoch, 24. September 2014

Nashville – Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit Fluor-18-Fluorodeo­xyglucose (FDG) wird immer häufiger eingesetzt, um die Dignität von Lungenherden abzuklären. In Gegenden, in denen Pilzinfektionen der Lunge häufig sind, kommt es dabei häufig zu Fehldiagnosen, wie eine Meta-Analyse im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2014; doi: 10.1001/jama.2014.11488) zeigt.

Krebstumore haben einen erhöhten Bedarf an Glukose. Bei der PET führt dies zu einer vermehrten Speicherung von FDG, einem radioaktiv markierten Glukosemolekül. Auch Pilze „ernähren“ sich von Glukose, was bei Abklärung von tumorverdächtigen Lungen­herden mit der FDG-PET leicht zu falschpositiven Ergebnissen führen kann. In Unter­suchungsreihen sinkt dann die Spezifität, was das Team um Stephen Deppen vom Vanderbilt University Medical Center in Nashville/Tennessee jetzt in einer Meta-Analyse von 70 Studien zeigen kann. Sie umfasst insgesamt 8.511 Lungenherde, von denen sich 5.105 (60 Prozent) als bösartig erwiesen.

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Die FDG-PET erzielte insgesamt eine Sensitivität von 89 Prozent und eine Spezifität von 75 Prozent. Die Spezifität hing allerdings davon ab, wo die Tests durchgeführt wurden. Wurden die Patienten in Gegenden untersucht, in denen Histoplasmose, Coccidioido­mykose oder Blastomykose häufiger auftreten – dies ist in den USA vor allem in Regionen mit feuchtwarmem Klima und in der Nähe von großen Flüssen der Fall – sank die Spezifität.

Wenn die Studien in Gegenden mit wenigen Pilzinfektionen der Lungen durchgeführt wurde, stieg die Spezifität auf 77 Prozent, was eine bessere Trefferrate bedeutet. Die Kombination mit einer Computertomographie, die als FDG-PET/CT bezeichnet wird, konnte die Trefferrate der Untersuchung leicht verbessern, Pilzinfektionen aber nicht sicher ausschließen. Deppen rät den Kliniken, ihre eigene Expertise in der Untersuchung zu prüfen. Eine niedrige Spezifität kann die Zahl der unnötigen Biopsien oder Operationen erhöhen, die im Bereich der Lungen mit einer erheblichen Morbidität verbunden sind. © rme/aerzteblatt.de

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