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Politik

Gröhe, Rotes Kreuz und Ärzte rufen Freiwillige zum Kampf gegen Ebola auf

Donnerstag, 25. September 2014

Köln – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) haben heute in Berlin gemeinsam Freiwillige um Unter­stützung im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika gebeten. „Wir benötigen dringend medizinisches Fachpersonal für den Aufbau von Krankenstationen“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Er versprach dabei eine finanzielle Absicherung und eine Rückkehrgarantie für Helfer im Falle einer Infektion. „Im Notfall können sich die Helfer darauf verlassen, dass Sie nach Deutschland zurückgeholt und dass sie in Deutschland fachgerecht medizinisch behandelt werden“, sagte er.

Bundes­ärzte­kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery warnte, man stehe medizinisch gesehen vor einer globalen Katastrophe, wenn es nicht gelinge, die Epidemie einzu­dämmen. Es müsse auch zum Schutz der eigenen Bevölkerung alles unternommen werden, dass sich die Krankheit nicht ausbreite. Dabei appellierte er an die Arbeitgeber, medizinisch bereits geschultes Personal zeitweise von der Arbeit in Deutschland freizustellen.

Fachkräfte aus allen medizinischen Bereichen nötig
Nach Einschätzung durch die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) hat sich die Lage in Westafrika drastisch verschärft. DRK-Präsident Rudolf Seiters bat deshalb um Unterstützung von Kollegen vor Ort. Es werde dringend Personal benötigt, besonders Ärzte, Physiotherapeuten, Hebammen, Pfleger, Pharmazeuten, Labor- und Röntgenfachkräfte.

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Die Bundesregierung unterstützt das Deutsche Rote Kreuz sowohl finanziell als auch logistisch beim Aufbau eines mobilen Krankenhauses und einer Behandlungsstation für Ebola-Kranke in der Krisenregion. Genauso wichtig wie die Hilfe in den betroffenen Staaten sei es, einer weiteren Ausbreitung des Erregers auf andere Staaten entgegenzuwirken, sagte Gröhe.

Ge­sund­heits­mi­nis­terium unterstützt Impfstoffforschung
Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium investiere daher auch in die Erforschung für Therapien und Impfstoffe. Gleichzeitig werde die Ausbildung von medizinischem Personal vor Ort und in den Nachbarstaaten unterstützt. Expertenteams aus Deutschland sollen Ärzte und Pflegepersonal aus den betroffenen Staaten ausbilden. Das erste Experten­team bereite sich derzeit vor und werde im Oktober seine Arbeit aufnehmen.

Erster Ebola-Hilfsflug der Bundeswehr
Die Maßnahmen in den betroffenen Regionen werden nun auch in größerem Ausmaß von der Bundesre­gierung unterstützt. Die ersten Hilfsflüge der Bundes­wehr starteten Richtung der senegalischen Hauptstadt Dakar, von wo die Güter nach Angaben eines Bundeswehrsprechers weiter transportiert werden sollen.

Die insgesamt drei Flugzeuge hatten medizinische Güter an Bord sowie Materialien, die zum Aufbau eines Umschlagplatzes für Hilfsflüge am Flughafen von Dakar eingesetzt werden sollen.

Dem Umschlagplatz kommt eine wichtige Rolle in der Luftbrücke zu, welche die Bundesregierung gemeinsam mit anderen Ländern in den kommenden Wochen einrichten will. afp

Die Bundesregierung unterstütze den Kampf gegen Ebola seit Monaten, erklärte der Minister. Dazu gehörten direkte Zahlungen an die WHO sowie die Unterstützung von Hilfsorganisationen, wie das Deutsche Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen. Seit mehr als  sechs Monaten würden zudem Experten des Robert Koch Instituts (RKI) und des Bernhard Nocht-Instituts in der Krisenregion helfen.

So arbeiten beispielsweise Virologen des RKI  gemeinsam mit anderen deutschen und europäischen Wissenschaftlern in Guinea in einem Europäischen Mobilen Labor, im Rahmen des „European Mobile Laboratory Project“. Dies ist eine multinationale europäische Initiative, die vom Berhard-Nocht-Institut in Hamburg koordiniert und von der Europäischen Kommission unterstützt wird.

In Deutschland kein Grund zur Sorge
Gröhe betonte, dass in Deutschland kein Grund zur Sorge bestehe. Das Gesundheits­system sei gut aufgestellt, Flughäfen seien vorbereitet. Deutschland verfüge über neun hoch spezialisierte Behandlungszentren für infizierte Patienten, deren technische Maßnahmen (Schleusen, Dekontaminationsanlagen) ein versehentliches Entweichen des Erregers verhindern. Bei allen bisherigen Verdachtsfällen hätten Bund und Länder gut zusammengearbeitet. In allen Fällen konnte in kürzester Zeit eine Infektion ausgeschlossen werden.

Freiwillige medizinische Helfer können sich ab sofort über das Online-Bewerbungssystem des Deutschen Roten Kreuzes für diesen Hilfseinsatz melden unter: https://drkhrnet.drk.de/Home © ER/aerzteblatt.de

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Bernett
am Samstag, 4. Oktober 2014, 16:40

Nebenübertragungsweg von Ebola- Viren

In Ebolagebieten sollten auch Fliegengitter und Moskito- Netze als Vorbeugung gegen Virusübertragung über den Stechrüssel der Stechmücken verwendet werden!
LNS

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