NewsVermischtesRoboter sind auf dem Vormarsch – Mehr Forschung notwendig
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Roboter sind auf dem Vormarsch – Mehr Forschung notwendig

Donnerstag, 25. September 2014

Roboter sind auf dem Vormarsch – aber zu Wissen über Einsatzmöglichkeiten /DGGG

Halle – Roboter für ältere und pflegebedürftige Menschen werden immer leistungs­fähiger. Es genügt aber nicht, sie nur technisch weiterzuentwickeln. „Wir müssen viel intensiver untersuchen, für welche Krankheitsbilder, für welche Personengruppen und in welchen Situationen sich welche Systeme eignen“, sagte Frank Oswald von der Goethe- Universität Frankfurt am Main auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in Halle. Oswald hat dort heute Morgen das Symposium „Emotionale und Soziale Robotik im Alter: Was kann, soll und darf sie leisten?“ geleitet.

In einem wissenschaftlichen Vorprojekt namens „ERimAlter“ haben Frankfurter Forscher/innen verschiedener Disziplinen zwei emotionale Roboter in den Blick genommen und untersucht, für wen sie sich eignen. Zunächst die Robbe „Paro“, die wie ein Kuscheltier aussieht: mit weichem Fell und treuen Hundeaugen wirkt sie, als hätte sie Gefühle – ein sogenannter emotionaler Roboter mit einem Gehirn aus Mikrochips. Paro soll zum Beispiel ältere Menschen mit Demenz begleiten. Sie reagiert auf Ansprache, fiept, bewegt sich und man kann sich um sie kümmern, was beruhigend wirken kann.

Anzeige

Der zweite emotionale Roboter kommt dem herkömmlichen Bild eines Roboters deutlich näher: Der Telepräsenzroboter Giraff sieht aus wie ein Tablet-Computer auf Rädern. Er kann Telefonate einleiten, bei Notfällen Hilfe herbeiholen oder auch an die Medikamen­teneinnahme erinnern.

„Es wird über diese Art von Roboter viel behauptet, aber bislang ist wenig über ihre Wirkung klar, wir brauchen dringend mehr Forschung und belegbares Wissen“, sagte Oswald gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Die Forscher befragten für ihre Vorun­tersuchung Pflegende und Betreuer die teilweise schon mit Paro und Giraff arbeiten, aber auch ältere Menschen selbst.

„Biographische Vorerfahrungen sind wichtig dafür, wie die Menschen auf die Roboter reagieren“, erläutert Oswald. Wer in seinem Leben zum Beispiel Angst vor Hunden hatte, der steht auch der Robbe Paro eher distanziert gegenüber. Tierliebhaber dagegen sind eher offen für die Kuschelrobbe. Für Giraff gilt: Wer in der Vergangenheit viel mit Technik zu tun hatte, nutzt das System gerne. Wer dagegen nicht mit Computern gearbeitet hat, dem macht Giraff anfangs eher Angst.

Ein Fazit des Symposiums: Mediziner, Psychologen, Juristen, Pflegekräfte und Techniker müssen bei der Weiterentwicklung der verschiedenen Robotersysteme eng zusammen­arbeiten. „Sonst haben wir bald technisch hoch entwickelte Systeme, die aber keiner will und die niemandem nützen“, warnen die Alternsexperten. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. August 2019
Potsdam – Das Brandenburger Arbeitsministerium hat auf Sicherheitsrisiken durch automatisierte externe Defibrillatoren (AED) der Marke Telefunken (Modell FA1 und HR1) aufmerksam gemacht. Wie jetzt
Sicherheitswarnung zu Defibrillatormodellen von Telefunken ausgegeben
7. August 2019
Bochum – Einen elektronischen Blindenstock, der über ein radargestütztes System Informationen über das weitere Umfeld an seinen Träger vermittelt, haben Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum
Elektronischer Blindenstock ermöglicht Orientierung im weiteren Umfeld
2. August 2019
Pittsburgh – US-Forscher haben eine Technik für 3-D-Drucker entwickelt, mit der sich komplexe anatomische Strukturen bis hin zum Herz eines Neugeborenen aus Kollagen herstellen lassen. Ein in Science
3-D-Drucker stellt Ersatzteile für das menschliche Herz aus Kollagen her
26. Juli 2019
San Francisco – Mitte Juli verkündete Elon Musk seine neuen Visionen im Bereich Neurotechnologie. Mit seiner Firma „Neuralink“ will er flexible Elektroden per Roboter minimal-invasiv ins menschliche
„Der Artikel kommt im Gewand einer wissenschaftlichen Publikation daher“
22. Juli 2019
Amsterdam – Beim Gesundheitstechnikkonzern Philips sind die Geschäfte im zweiten Quartal gut gelaufen. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf knapp 4,7 Milliarden Euro, wie das niederländische
Philips mit starkem zweiten Quartal
19. Juli 2019
Wien– Chirurgen der Medizinischen Universität Wien haben erstmals erfolgreich bei 3 Patienten nach Nerventransfers Sensoren implantiert, die zur Steuerung bionischer Prothesen Biosignale per Funk
Biosignale per Funk ermöglichen intuitive Steuerung von Armprothesen
19. Juli 2019
Göttingen – Die unverändert starke Nachfrage nach Technologien zur Herstellung von Biopharmazeutika hat dem Pharma- und Laborzulieferer Sartorius im zweiten Quartal weiteren Schwung verliehen. Sowohl
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER