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Ausland

Zigaretten: In Frankreich sollen neutrale Einheitsschachteln kommen

Donnerstag, 25. September 2014

Paris – Im Kampf gegen den Tabakkonsum will Frankreich als erstes Land in Europa Markennamen und Firmenlogos von Zigarettenschachteln verbannen. Stattdessen sollten künftig neutrale Packungen verkauft werden, kündigte Gesundheitsministerin Marisol Touraine am Donnerstag in Paris an. Frankreich will damit dem Beispiel Australiens folgen, wo nur noch einheitliche grüne Zigarettenschachteln verkauft werden dürfen - statt Markennamen sind auf ihnen abschreckende Bilder von Raucherlungen oder Krebsgeschwüren zu sehen.

Gleiche Größe, gleiche Farbe und gleiche Schriftzüge
Auch in Frankreich sollen Touraine zufolge künftig alle Zigarettenpackungen gleich aussehen – gleiche Größe, gleiche Farbe und gleiche Schriftzüge.  Beibehalten werden sollen die Warnhinweise wie „Rauchen tötet“ oder „Rauchen schadet der Gesundheit“, die bereits seit mehreren Jahren in der ganzen EU vorgeschrieben sind. Die Pariser Linksregierung erhofft sich von den Einheitsschachteln, die noch vom Parlament gebilligt werden müssen, dass Zigaretten damit weniger attraktiv werden und demzufolge weniger Menschen rauchen.

In Australien ist der Zigarettenkonsum zurückgegangen
Frankreich verweist dabei auf Erfahrungen in Australien, das im Dezember 2012 als erstes und bisher einziges Land neutrale Einheitsschachteln eingeführt hatte. Offiziellen Angaben zufolge ist in Down Under der - von gut 3,5 Milliarden australischen Dollar im letzten Quartal 2012 auf 2,35 Milliarden im ersten Quartal 2014.

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Die neutralen Zigarettenschachteln sind Teil eines Plans zur Krebsbekämpfung, den der französische Präsident François Hollande im Februar vorgestellt hat. Die neuen Anti-Tabak-Maßnahmen zielen vor allem auf Jugendliche ab, die Experten zufolge besonders von bestimmten Marken angezogen werden. Frankreich geht damit noch weiter, als eine neue EU-Richtlinie, derzufolge die Fläche von Zigarettenschachteln künftig zu 65 Prozent mit Warnhinweisen und Schockfotos bedeckt sein müssen.

Französische Zigarettenindustrie will klagen
Heftige Kritik äußerte die französische Zigarettenindustrie. „Wir verlieren unsere Marken, dies ist eine Verletzung des Rechts auf geistiges Eigentum“, erklärte die Sprecherin des Tabakherstellers Seita, Céline Audibert. Branchenvertreter drohten zudem mit Schadenersatzklagen, die den Staat Beträge in Milliardenhöhe kosten könnten.

In Australien hatten mehrere führende Zigarettenhersteller vergeblich gegen die Einheitspackungen geklagt. Fünf Klagen vor der Welthandelsorganisation (WTO) sind allerdings noch anhängig: Sie wurden von Kuba, der Dominikanischen Republik, Honduras, Indonesien und der Ukraine gegen Australien eingereicht. Branchenvertreter erwarten im Fall der Fälle ähnliche Klagen gegen Frankreich vor der WTO. © afp/aerzteblatt.de

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