Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Neuroprothese lässt gelähmte Ratten laufen

Donnerstag, 25. September 2014

Modell einer epiduralen Neuroprothese

Lausanne – Eine epidurale Neuroprothese kann auf der Höhe des unteren Rückenmarks Bewegungsautomatismen auslösen, die querschnittgelähmten Mäusen in einer Studie in Science Translational Medicine (2014; 6: 255ra133) zu koordinierten Bewegungen verhalfen. Die Tiere konnten Laufbewegungen durchführen und sogar Treppen steigen. Im nächsten Jahr wollen die Forscher eine klinische Studie beginnen.

Eine Querschnittlähmung trennt die Verbindung vom Rückenmark zum Gehirn. Willent­liche Bewegungen sind nicht mehr möglich. Es gibt auf der Höhe des Rückenmarks jedoch Reflexe, die Signale aus der Tiefenwahrnehmung in Muskelkontraktionen umsetzen können. Das Team um Grégoire Courtine von der Eidgenössischen Tech­nischen Hochschule Lausanne hat diese Verbindungen genutzt, um durch epidurale elektrische Stimulierung bei Mäusen Bewegungsautomatismen auszulösen. Die Neuro­prothese verwendete eine Closed-loop Neuromodulation, bei der die Impulse durch die Signale der Tiefenwahrnehmung adjustiert werden.

Auf dem von Courtine vorgestellten Videofilm sieht man eine Maus, die von einer Hängevorrichtung aufrecht gehalten wird, auf den Hinterpfoten marschieren. Die Bewegungen erscheinen regelmäßig und laut Courtine schaffen die Tiere tausend Schritte, ohne das Gleichgewicht zu verlieren. Sie waren sogar in der Lage, Treppen zu steigen. Der Forscher hält das System für so ausgereift, dass Mitte nächsten Jahres die ersten Versuche an querschnittgelähmten Patienten vorgesehen sind. Die Patienten dürften sich dabei jedoch nicht frei bewegen, sondern ebenfalls eine Hängevorrichtung benötigen. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

9. Oktober 2017
Berlin – Einen Signalweg, der Nerven- und Immunsystem über Hormone miteinander verbindet, haben Wissenschaftler um Harald Prüß vom Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), der
Gehirn- und Rückenmarksverletzung: Hormonspiegel wirkt sich auf Immunorgane aus
20. September 2017
Köln – Die Universität zu Köln fördert den Aufbau von neuen Forschernetzwerken. Mit ihrem internen Förderprogramm „UoC Forum“ unterstützt die Hochschule vier Projekte mit jeweils bis zu 100.000 Euro
Neue Forschernetzwerke in Köln
28. Oktober 2016
Berlin – Auf die Fortschritte bei der Therapie der Multiplen Sklerose hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen. Sie bezieht sich dabei auf eine Studie der University of
Multiple Sklerose: Immer mehr Patienten ohne Behinderungen
26. Oktober 2016
College Park – Das Problem vieler älterer Menschen, bei Umgebungslärm Gesprächen schlecht folgen zu können, ist vielleicht nicht nur ein Problem der peripheren Hörorgane, sondern auch der Verarbeitung
Cocktailparty-Effekt: Selektives Hören auch ein Problem des Gehirns
23. August 2016
Richmond – Kinder von Müttern, deren Blut mit bestimmten organischen Chemikalien belastet ist, haben ein erhöhtes Risiko für Autismus und geistige Defizite. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit
Autismus: Längst verbotene Chlorverbindungen belasten Kinder schon vor der Geburt
29. Juni 2015
Leipzig – Eine neue Sprechstunde für Schlaganfallrehabilitation hat das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) eingerichtet. Sie wendet sich an Patienten, die bereits die herkömmlichen Reha-Maßnahmen
Langfristige Schlaganfall-Nachsorge am Universitätsklinikum Leipzig
22. Juni 2015
Berlin – Die Gesundheitssysteme in Europa sind auf die künftige Versorgung der Patienten mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems nur unzureichend eingestellt. „Die Dimension und die

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige