NewsMedizinKrampfadern: Operation und Laser in Studie überlegene Therapie
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Krampfadern: Operation und Laser in Studie überlegene Therapie

Freitag, 26. September 2014

dpa

Aberdeen – Eine Sklerotherapie erzielte in einer randomisierten Vergleichsstudie zur Therapie der Krampfadererkrankung deutlich niedrigere Verschlussraten der Vena saphena magna, doch die Unterschiede in der Lebensqualität, dem primären Endpunkt der im New England Journal of Medicine (2014; 371: 1218-1227) publizierten Studie, waren minimal.

Krampfadern können chemisch, thermisch oder chirurgisch behandelt werden. Bei der chemischen Sklerotherapie wird die Varize durch Injektion einer gewebetoxischen Flüssigkeit „verödet“, wobei aufgeschäumte Sklerosierungsmittel (Schaumsklerosierung) bei größeren Varizen bevorzugt werden.

Anzeige

Zu den thermischen Verfahren gehört die endovenöse Lasertherapie, bei der unter Ultraschallkontrolle eine Glasfaser in die zu behandelnde Vene platziert und dann durch Laserlicht erwärmt wird. Die älteste Therapie ist die Operation. Das Stripping mit oder ohne Krossektomie wird seit nunmehr hundert Jahren durchgeführt und gilt weiter als Goldstandard. Alle drei Verfahren werden jedoch von der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie als effektiv eingestuft.

An Vergleichsstudien und Meta-Analysen zwischen den Verfahren besteht offenbar kein Mangel. Julie Brittenden von der Universität Aberdeen zitiert in ihrer Publikation 19 frühere Untersuchungen. Die meisten begnügten sich allerdings damit, die kurzfristigen „technischen“ Erfolgsraten zu vergleichen. Die CLASS-Studie (Comparison of LAser, Surgery and foam Sclerotherapy), an der 798 Patienten teilnahmen, stellte dagegen die Lebensqualität der Patienten in den Mittelpunkt. Endpunkte waren ein Aberdeen Varicose Veins Questionnaire (AVVQ) mit 12 Angaben der Patienten, der EuroQoL Group 5-Dimension Self-Report Questionnaire sowie der Short-Form Health Survey (SF-36), ein allgemeiner Fragebogen zur Lebensqualität.

Wie Brittenden und Mitarbeiter berichten, gab es zwischen den drei Optionen (Operation, Schaumsklerosierung und Lasertherapie) keine wesentlichen Unterschiede. Alle drei Therapien führten zu einer Verbesserung der Lebensqualität, die in dem auf die Varikosis spezialisierten AVVQ am deutlichsten ausfiel. Die Sklerotherapie erzielte hier zwar etwas schlechtere Ergebnisse als Venenstripping oder Laserbehandlung, die Unterschiede waren Brittenden zufolge jedoch moderat.

Dies ist überraschend, da die „technische“ Erfolgsrate nach der Sklerotherapie am niedrigsten war. Nur bei 54,6 Prozent der Patienten waren die Venen sechs Wochen nach dem Eingriff vollständig verschlossen gegenüber 83,0 Prozent nach der Lasertherapie und 84,4 Prozent nach der Operation. Nach sechs Monaten war der Unterschied noch deutlicher. Zu diesem Zeitpunkt waren die sklerosierten Venen nur noch bei 43,4 Prozent der Patienten komplett verschlossen gegenüber 82,3 Prozent nach Laserbehandlung und 78,0 Prozent nach der Operation.

Die Komplikationsrate beim Eingriff selbst war bei der Lasertherapie mit 1 Prozent am niedrigsten, gegenüber 6,2 Prozent bei der Sklerotherapie und 7,1 Prozent bei der Operation. In den Wochen nach der Operation kam es dann jedoch bei vielen Patienten zu Komplikationen, die charakteristisch für die Wahl der Therapie waren. Die Sklero­therapie führte häufig zu Spannungsgefühlen oder kosmetisch störenden „Lumpiness“ und Hautverfärbungen. Nach einer Operation oder Laseroperation kam es häufiger zu Taubheitsgefühlen auf der Haut. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER