NewsVermischtesKaiserschnittquote variiert bundesweit stark
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Kaiserschnittquote variiert bundesweit stark

Freitag, 26. September 2014

Wiesbaden – Im Bundesdurchschnitt bringt fast jede dritte Frau ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt, aber es gibt starke regionale Unterschiede. In den ostdeutschen Ländern ist die Kaiserschnittquote deutlich niedriger als in den westlichen Ländern. Spitzenreiter ist das Saarland, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete.

In der Summe blieb der Anteil der Frauen, die 2013 in Deutschland im Krankenhaus per Kaiserschnitt entbunden wurden, nahezu unverändert: 31,8 Prozent der insgesamt 661 138 Klinik-Gebärenden des vergangenen Jahres brachten ihre Kinder so auf die Welt. In den einzelnen Bundesländern aber variiert die Kaiserschnittquote stark: Am höchsten war sie im Saarland mit 38,1 Prozent. Die wenigsten Kaiserschnittentbindungen gab es mit 23,8 Prozent in Sachsen.

Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hängt die Entscheidung für einen Kaiserschnitt vor allem von den Geburtshelfern ab - und die entscheiden oft sehr unterschiedlich. Dies sei der zentrale Grund für die regionalen Abweichungen: „Die Abwägung zwischen einer natürlichen, vaginalen Geburt und einem Kaiserschnitt bei beispielsweise einer Steißlage oder einer vorangegangenen Kaiser­schnittgeburt führt heute häufiger zu einem Kaiserschnitt.“ Die Risikobewertung von Eltern und Ärzten habe sich geändert - heute stehe die Sicherheit und Gesundheit von Mutter und Kind in jeder Situation im Vordergrund.

Anzeige

Allerdings hat nach Ansicht der Gesellschaft auch die Ausstattung der Klinik einen Einfluss: „Die fehlende Verfügbarkeit einer vollständig besetzten, notfallbereiten Geburtsmedizin nachts und am Wochenende kann möglicherweise eine Entscheidung zur Sectio bedingen.

Laut Statistik bieten immer weniger Kliniken überhaupt Geburten an: Nur noch 37 Prozent der 1996 Krankenhäuser in Deutschland führen Entbindungen durch, im Vorjahr waren es 37,7 Prozent. Dabei steigt die Zahl der Geburten: 674 245 Kinder kamen 2013 im Krankenhaus zur Welt, 1,3 Prozent mehr als 2012. 0,3 Prozent der Kinder wurden tot geboren. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 27. September 2014, 21:22

Irreführende Analyse von www.destatis.de?

Vgl. meinen Kommentar zu "Kaiserschnitt-Geburten: Große regionale Unterschiede"

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52365/Grosse-regionale-Unterschiede-bei-Kaiserschnitt-Geburten
LNS

Nachrichten zum Thema

24. April 2019
Wiesbaden – In Hessen kommt weiterhin rund jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Bei den 56.706 Geburten im Jahr 2017 haben 18.845 Frauen (33 Prozent) per Kaiserschnitt entbunden, teilte das
Kaiserschnittrate in Hessen konstant
2. April 2019
Paris – Nach einem Kaiserschnitt kommt es häufiger zu akuten Komplikationen als nach einer vaginalen Entbindung, wobei das Risiko mit dem Alter der Frau ansteigt. Dies ist das Ergebnis einer
Kaiserschnitt führt bei älteren Frauen häufiger zu akuten Komplikationen
18. März 2019
Kapstadt/London – In Afrika ist das Risiko für Frauen, nach einem Kaiserschnitt zu sterben, etwa 50-mal so hoch wie in Industriestaaten. Das berichtet The Lancet Global Health (April) unter Berufung
Kaiserschnitt in Afrika „erhebliches Risiko“
19. Dezember 2018
Baltimore – Frauen, die per Kaiserschnitt entbunden wurden, leiden in den Folgejahren seltener unter Störungen des Beckenbodens, die von Stressinkontinenz bis zum Uterusprolaps reichen. Zu diesem
Beckenbodenstörungen nach Kaiserschnitt seltener
18. Oktober 2018
Atlanta – Ein Kaiserschnitt mag für die Mutter weniger stressig sein als eine vaginale Geburt. Für das Neugeborene gilt dies möglicherweise nicht. Eine Studie in den Proceedings of the National
Kaiserschnitt verändert Hirnentwicklung bei Mäusen
12. Oktober 2018
Genf – Anlässlich weiter steigender Zahlen von (medizinisch häufig nicht indizierten) Kaiserschnitten hat die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) auf der Jahrestagung der Internationalen Vereinigung für
WHO sucht nach Maßnahmen gegen hohe Zahl an Kaiserschnitten
12. Oktober 2017
New York – Mäuse, die per Kaiserschnitt entbunden werden, wiegen später ein Drittel mehr als nach einer natürlichen vaginalen Geburt. Die Auswirkungen, die Forscher in Science Advances (2017; doi:
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER