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Medizin

Tollwut könnte weltweit schnell gestoppt werden

Freitag, 26. September 2014

Pullman – Schätzungsweise 69.000 Menschen sterben jedes Jahr an einer Tollwut. Dabei gibt es seit mehr als hundert Jahren einen effektiven Impfstoff, den Louis Pasteur 1885 entwickelte. Anlässlich des 119. Todestages des Forschers (am 28. September) erinnert ein US-Experte in Science (2014: 345: 1562-1564) daran, dass die Tollwut relativ einfach kontrolliert werden kann.

Neben Hunden und Füchsen können sich auch Dachse, Marder, Rehe, Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Katzen mit Lyssaviren infizieren. Auch Fledermäuse gehören zu den potenziellen Überträgern. In aller Regel erwerben Menschen die Erkrankung jedoch von Hunden, schreibt Guy Palmer, der Leiter der Paul G. Allen School for Global Animal Health in Pullman. Und unter den Hunden bilden nicht die streunenden Hunde das größere Risiko. Die meisten Menschen stecken sich bei Haushunden an.

Haushunde sind laut Palmer auch der wichtigste Überträger für andere Tiere. Wenn es in einer Gegend gelingt, die Tollwut beim Haushund zu beseitigen, verschwinde die Rabies in der Regel auch bald in anderen Spezies, berichtet der Experte. Eine Eliminierung sei heute durch eine Impfung leicht möglich, und selbst wenn bei Haushunden Lyssaviren auftreten, sei die Gefahr einer immanenten Epidemie gering. Die Basisreproduktionszahl liegt laut Palmer in der Regel unter 2: Bevor ein Tier an der Tollwut stirbt, hat es im Durch­schnitt nicht mehr als zwei Lebewesen angesteckt, Menschen allerdings einge­schlossen.

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Der letzte Mensch, der in Europa 2012 an einer Tollwut gestorben ist, war in Indien von einem Hund gebissen worden. In Deutschland gab es das letzte Opfer 2007. Damals war ein 55-jähriger Mann an Tollwut gestorben, nachdem er von einem Hund in Marokko gebissen worden war. Im Jahr 2005 war eine Frau, die sich zuvor in Indien aufgehalten hatte, gestorben. Ihr folgten drei Patienten, die Organe der Frau empfangen hatten. Wo die Frau sich infizierte, ist nicht bekannt.

Im Wald von einem tollwütigen Tier gebissen zu werden, ist in Deutschland extrem unwahrscheinlich. Die letzten Fälle bei Füchsen wurden 2004 gefunden. In den Folgejahren wurde die Tollwut jedoch mehrfach bei Haushunden festgestellt, die aus anderen Ländern importiert worden waren. Die letzten Fälle traten 2008 im Landkreis Lörrach (Import aus Kroatien), im März 2010 in Neustadt an der Aisch (Import aus Bosnien) und im Juli 2013 (Import aus Marokko) auf.

© rme/aerzteblatt.de

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Avatar #90471
nasenbein
am Dienstag, 30. September 2014, 14:46

Tollwut

Der Wolf als Überträger der Tollwut wird nicht erwähnt!
Mit Unmut sehe ich die Wiederansiedelung der Wolfes in Deutschland. Bei weiterer Vermehrung wird, neben den anderen zu erwartenden Gefahren, auch das Wiederauftreten von Tollwut zu befürchten sein. Über die langen Wanderwege, zu denen der Wolf in der Lage ist, ist der Transfer der Tollwut aus Ost- und südeuropäischen Regionen durchaus zu erwarten mit entsprechenden Risiken und Gefahren.
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