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Deutsche Ebola-Helfer erst in Wochen in Westafrika erwartet

Freitag, 26. September 2014

Berlin – Bis zu einem umfassenden Einsatz deutscher Helfer in den Ebola-Gebieten in Westafrika werden noch mehrere Wochen vergehen. Wegen der notwendigen Vorbereitungen sei nicht garantiert, dass die freiwilligen Helfer bereits im Oktober Hilfe leisten können, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin. Nach einem Aufruf von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatten bereits bis Donnerstag rund 4.500 Soldaten und Zivilisten per Telefon oder Email ihre Bereitschaft bekundet, in der Krisenregion zu helfen. Darunter sind Ärzte, Techniker und Logistiker.

Die medizinische Infrastruktur ist zusammengebrochen
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen forderte von der Bundesregierung schnelles Handeln in der Krisenregion. „Die medizinische Infrastruktur ist zusammengebrochen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der deutschen Sektion, Tankred Stöbe, dem RBB-Inforadio. Es gehe um Stunden und Tage.

In Koblenz (Rheinland-Pfalz), dem Sitz des Kommandos Sanitätsdienst, bereitet eine Task Force Ebola den Einsatz der deutschen Freiwilligen vor. „Wir werden voraussichtlich in vier Wochen die ersten unten haben“, sagte ein Sprecher. Die Ausbildung der Helfer soll nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Bundeswehrkrankenhaus in Hamburg stattfinden.

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Am Donnerstag hatte die Bundeswehr ihren ersten Ebola-Hilfsflug mit Material nach Dakar im Senegal gestartet. An Bord war auch ein Vorauskommando, das den Aufbau der Luftbrücke in die liberianische Hauptstadt Monrovia mit zwei Transall-Maschinen übernehmen wird. Nach Angaben des Ministeriums ist nicht ausgeschlossen, dass die Bundeswehr-Maschinen später auch andere Gebiete anfliegen, in denen das tödliche Virus wütet.

Die Zahl der registrierten Infizierten ist nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsor­ganisation (WHO) bis 21. September in Guinea, Liberia, Sierra Leone, Nigeria und Senegal auf 6.263 gestiegen. Die Helfer in Westafrika seien an ihre Leistungsgrenzen gelangt, sagte Stöbe von Ärzte ohne Grenzen. Kuba kündigte an, insgesamt 461 medizinische Helfer in die Krisenregion schicken zu wollen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Prensa Latina meldete.

Neue Hoffnung bei der Ebola-Therapie
Bei den Behandlungsmöglichkeiten von Ebola keimt neue Hoffnung. Die Behandlung von Ebola-Kranken mit Blut von genesenen Patienten könnte nach Einschätzung der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) eine vielversprechende Therapie gegen die Seuche sein. Die Erfolgserwartung beruht unter anderem darauf, dass sich im Blut von Überlebenden spezielle Antikörper befinden, die Erkrankten helfen könnten. 

Bislang sei die Zahl der Behandlungen aber zu gering, um fundierte Aussagen über die Wirksamkeit solcher Therapien zu treffen. Zwei amerikanische Ärzte, die sich in Liberia infiziert hatten, wurden mit dem Blut genesener Patienten behandelt und sind inzwischen wieder gesund. Ob dies an den Medikamenten oder an der guten medizinischen Versorgung in den USA lag, kann laut WHO aber nicht eindeutig bestimmt werden.

Die WHO hofft zudem auf einen einsatzfähigen Impfstoff ab Anfang 2015. Derzeit konzentriere man sich auf zwei Substanzen, die in klinischen Tests auf ihre Wirksamkeit geprüft würden. Massenimpfungen seien dann wegen der begrenzten Vorräte laut WHO aber nicht möglich.

Westafrikanische Staaten hoffen auf weltweite Hilfe
Nach dem Ebola-Krisentreffen bei der UNO hoffen die betroffenen westafrikanischen Staaten nun auf schnelle Hilfen. „Wir freuen uns zu hören, dass die ganze Welt die Dringlichkeit einer Reaktion auf die Ebola-Bedrohung verstanden hat", sagte Liberias Informationsminister Lewis Brown am Freitag. Jetzt müssten Taten folgen.

Experten aus 16 europäischen Ländern erklärten, das Virus bedrohe inzwischen „die ganze Welt". „Wir hoffen, dass den Ankündigungen jetzt schnell Taten folgen", sagte Brown. Sollten sich die Hilfen hinziehen, würden die betroffenen Menschen die Geduld verlieren und ihre Regierungen verantwortlich machen. Zuvor hatte der Präsident von Sierra Leone, Ernest Bai Koroma, per Videoschaltung vor der UNO erklärt, sein Land stehe „an der Frontlinie einer der größten Herausforderungen von Leben und Tod”, der die Menschheit insgesamt gegenüberstehe.

Bei dem Krisentreffen am Sitz der Vereinten Nationen hatten UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Präsident Barack Obama am Donnerstag einen verstärkten Einsatz gegen die Epidemie angemahnt. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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Avatar #690938
Bernett
am Samstag, 4. Oktober 2014, 17:38

Nebenübertragungsweg von Ebola

Fliegengitter und Moskito- Netze sollten in Ebola- Gebieten zusätzlich als Schutz gegen die Virus- Übertragung über den Stechrüssel der Stechmücken verwendet werden!
LNS

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