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Ausland

Deutliches Nein zur Einheitskrankenkasse in der Schweiz

Montag, 29. September 2014

Bern – Die Schweizer haben sich klar gegen die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Einheits­krankenkasse ausgesprochen. Bei einer Volksabstimmung am Sonntag votierten laut vorläufigem amtlichen Endergebnis 61,8 Prozent gegen eine entsprechende Initiative. Die Beteiligung lag bei 46,7 Prozent.

Bei dem Votum gab es jedoch deutliche regionale Unterschiede. In den vier West­schweizer Kantonen Genf, Jura, Neuenburg und Waadt stimmten die Menschen im Gegensatz zum Rest des Landes für die Initiative. Die Schweizer sprechen hier in Anlehnung an das bekannte Kartoffelgericht vom sogenannten „Röstigraben”, der Deutschschweizer und die Romands auch bei Abstimmungen häufig voneinander trennt.

Krankenkassenprämien sollten gesenkt und Kosten reduziert werden
Das Volksbegehren, das von Sozialdemokraten, Grünen, Gewerkschaften, Patienten- und Verbraucherorganisationen sowie Berufsverbänden des Gesundheitswesens unterstützt wurde, sah die Abschaffung der 61 privaten Krankenkassen des Landes vor. Mit der Einführung einer einzigen Kasse sollten das System für die Patienten vereinfacht, die Krankenkassenprämien gesenkt und Kosten reduziert werden.

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Wirtschaftsverbände, Krankenkassen, aber auch der Bundesrat und das Parlament lehnten die Initiative ab. Das bisherige System habe sich bewährt, argumentierten sie. Gerade der Wettbewerb der Kassen untereinander wirke sich zum Vorteil für die Versicherten aus.

Die Beitragszahlungen für die Privatkassen in der Schweiz sind unabhängig vom Ein­kommen, stattdessen variieren sie je nach Kasse, Alter und Wohnort. Rabatte gibt es etwa bei einer höheren Selbstbeteiligung oder einer begrenzten Ärzteauswahl. Das durchschnittliche Nettoeinkommen in der Schweiz liegt bei 4.950 Schweizer Franken (rund 4.100 Euro). Die Prämien für die Kran­ken­ver­siche­rung betragen im Schnitt etwa 400 Franken pro Person. Hinzu kommen zusätzliche Beiträge etwa für Zahn­behandlungen.

© dpa/afp/aerzteblatt.de

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