NewsPolitikNiedersachsen: Zahl der ausländischen Ärzte hat sich verdoppelt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Niedersachsen: Zahl der ausländischen Ärzte hat sich verdoppelt

Montag, 29. September 2014

Hannover – Die Zahl der ausländischen Ärzte hat sich in Niedersachsen in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Zurzeit arbeiten landesweit gut 3.500 nichtdeutsche Mediziner. Das sind rund 2000 mehr als 2004. Der Anteil ausländischer Mediziner in der Ärztekammer hat sich in diesem Zeitraum von 4,7 auf 9,1 Prozent gesteigert. Viele Kliniken versuchen, mit Hilfe von professionellen Vermittlern Mediziner anzuwerben. „Es sind häufig Ärzte, die aus Osteuropa kommen“, sagte der Direktor der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, Helge Engelke.

In den kommenden Jahren droht insbesondere auf dem Land ein Ärztemangel. In den niedersächsischen Krankenhäusern fehlen aber schon jetzt rund 400 Fachärzte. Die Lücken könnten nicht allein mit Ausländern geschlossen werden, sagte der Verbandsdirektor. „Wir müssen mehr für den inländischen Nachwuchs tun.“ In Niedersachsen ist die Zahl der Medizinstudienplätze in den vergangenen Jahren deutlich abgebaut worden.

„Der Einsatz gut ausgebildeter Ärzte aus dem Ausland ist eine Bereicherung für unser Gesundheitssystem und auch eine Antwort auf den drohenden Fachkräftemangel“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD). Wichtig sei aber, dass die Deutschkenntnisse ausreichten für einen sachgerechten und verständnisvollen Umgang mit den Patienten.

Anzeige

Wer in Deutschland als Arzt tätig werden will, muss eine Deutschprüfung auf dem sogenannten B2-Niveau nachweisen. Zudem hat das Sozialministerium 2013 ein Kommunikationstraining für in Niedersachsen beschäftigte ausländische Klinikärzte gestartet. Es sei jedoch unsicher, ob diese Kurse auch im nächsten Jahr angeboten werden können, weil der Bund die entsprechenden Programme überarbeite, heißt es aus dem Ministerium.

Der Landesvorsitzende des Hartmannbundes, Bernd Lücke, kritisierte die Mediziner-Wanderung. „Wir ziehen aus armen Ländern im Osten hochausgebildete Ärzte ab und verschärfen dort den Medizinermangel“, sagte Lücke. Darüber hinaus sei es fraglich, ob die Sprachkenntnisse ausländischer Kollegen zum Beispiel für Patientengespräche in Reha-Kliniken ausreichten. „Sie müssen gerade bei alten Menschen die Nuancen verstehen.“

Nach fünf Jahren Erfahrung als Klinikarzt in Deutschland könnten ausländische Mediziner aber gut Hausarztstellen besetzen, meinte Lücke. Dafür gebe es schon einige Beispiele etwa im Kreis Hildesheim. Derzeit liegt der Ausländeranteil bei den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten in Niedersachsen insgesamt aber erst bei 2,3 Prozent. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2020
Frankfurt – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen hat auf den bestehenden und weiter zunehmenden Ärztemangel im Land hingewiesen. „Wir alle wissen, dass der Ärztemangel bereits sektorübergreifend spürbar ist.
Ärztekammer Hessen lehnt Landarztquote weiter ab
8. September 2020
Jena – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen (LÄK) hat zu einer verstärkten Initiative gegen den Ärztemangel aufgerufen. „Nach wie vor ist die Lage in Thüringer Krankenhäusern, Praxen, aber auch Behörden
Mehr Medizinstudienplätze und eine Bleibestrategie in Thüringen notwendig
3. September 2020
Berlin – Bei der Vorstandsklausur der CDU/CSU Bundestagsfraktion in Berlin haben sich die Abgeordneten für eine höhere Landarztquote ausgesprochen. Das geht aus dem Beschluss der Fraktion hervor, der
Unionsfraktion will sich für höhere Landarztquote einsetzen
1. September 2020
Berlin – Der Fraktionsvorstand von CDU und CSU fordert 5.000 zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin. Dies geht aus einer Beschlussvorlage für die morgige Klausursitzung des Vorstandes der größten
Unionsfraktion im Bundestag will 5.000 neue Medizinstudienplätze
1. September 2020
Magdeburg – Ein neuer Arbeitsbereich namens „Hausärztliche Aus- und Weiterbildung in der regionalen Allgemeinmedizin (Hawira)“ an der Universitätsmedizin Magdeburg soll die Allgemeinmedizin an der
Neuer Arbeitsbereich soll Allgemeinmedizin der Uni Magdeburg stärken
21. August 2020
Dresden – Seit 2013 können sich angehende Mediziner mit einer Förderung aus Sachsen in Ungarn ausbilden lassen – jetzt soll das Modellprojekt aufgestockt werden. In den nächsten beiden Jahrgängen
Sachsen stockt Medizinstudiumprogramm in Ungarn auf
13. August 2020
Stuttgart – CDU-Landtagsfraktionschef Wolfgang Reinhart hat dem grünen Koalitionspartner Unwillen und Verzögerung bei der Einführung der Landarztquote vorgeworfen. „Ich werde bei diesem Thema keine
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER